Altersproblem: Zwickau erlebt letzte Bergleit-Nacht

Auflösung Traditionsreiche Veranstaltung nimmt im September Abschied

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Der Knappenchor des Zwickauer Steinkohlenbergbauvereines, hier ein Bild von einer früheren Bergleit-Nacht, ist merklich in die Jahre gekommen. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Unter eine der traditionsreichsten Zwickauer Veranstaltungsreihen wird in diesem Jahr definitiv ein Schlussstrich gezogen. Wenn am 22. September im Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" die 25. Auflage der Bergleit-Nacht über die Bühne geht, wird das gleichzeitig die letzte derartige Veranstaltung des Zwickauer Steinkohlenbergbauvereines sein.

"Uns gehen einfach die Fans aus. In den zurückliegenden Jahren konnten wir in der Regel 600 und mehr Besucher begrüßen. 2017 kamen nur noch knapp 400", sagte Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Baraniak. Aber auch ein anderer Aspekt spiele für das Aus der Veranstaltung eine Rolle. So liegt das Durchschnittsalter der aktuell 120 Vereinsmitglieder bei knapp 73 Jahren. Allein 15 von ihnen feiern 2018 ihr 80. Wiegenfest. "Ähnlich sieht es bei unserem Knappenchor aus, der von Anfang an wesentlich zur Gestaltung des Programms der Bergleit-Nacht beigetragen hat. In diesem Alter noch lange auf der Bühne zu stehen und zu singen, fällt den meisten Mitwirkenden doch ziemlich schwer, grenzt fast schon an eine Zumutung", so der Vereinsvorsitzende.

Ein gebührender Abschied

Trotzdem haben sich die Steinköhler auf die Fahne geschrieben, sich mit ihrer 25. Bergleit-Nacht in würdiger Form von ihrem treuen Publikum zu verabschieden. Unterstützt wird der Knappenchor des Steinkohlenbergbauvereins Zwickau dabei von den Reinsdorfer Bergsängern, dem Jugendblasorchester Zwickau und der Gruppe "Galaxis".

Ganz von der Bildfläche verschwinden wollen die Alt-Schachter allerdings nicht. "Wir haben erste Ideen für eine Zusammenarbeit mit dem Erzgebirgszweigverein. Vielleicht gelingt es uns mit vereinten Kräften, schon kommendes Jahr in der Vorweihnachtszeit einen bergmännisch-erzgebirgischen Nachmittag auf die Beine zu stellen", hoffte Baraniak.