Archäologen entdecken Scherben aus dem Mittelalter

Fund Zwickauer Gewandhaus soll bald saniert werden

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Rebecca Wegener vom Landesamt für Archäologie mit einer Keramikscherbe, die unter dem Foyer gefunden wurde. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Bei der Baustellenbesichtigung, zu der am Mittwoch Journalisten ins Zwickauer Gewandhaus geladen wurden, war Vorsicht geboten, vor allem im Foyer des Musentempels. Dort, wo noch im November die Besucher das Theater betraten, säumten kleine Plastetütchen den Erdbereich zwischen den Mauersteinen. Sie markieren die genauen Fundorte des Inhaltes, Jahrhunderte alter Reste verschiedener Alltagsgegenstände.

Den größten - eine Keramikscherbe - präsentierte voller Stolz Rebecca Wegener, Gebietsreferentin des sächsischen Landesamtes für Archäologie. Die Fundstücke und die Mauerreste stammen aus der Zeit vor dem großen Brand, der im Jahr 1403 ganz Zwickau in Schutt und Asche gelegt hatte.

"Das ist ein tolles und unerwartetes Ergebnis", sagt die Archäologin. Die Vorarbeiten für die archäologischen Untersuchungen starteten bereits am 5. Dezember. Dabei wurden Rückbauarbeiten im Bereich der Bodenplatte und an technischen Anlagen durchgeführt. Seitdem finden - in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Archäologie und der örtlichen Bauleitung - die Untersuchungen der Archäologen statt. Diese sollen voraussichtlich im April abgeschlossen sein.

Anschließend erfolgt die eigentliche Sanierung des von 1522 bis 1525 erbauten Denkmals. Zurzeit sind sieben Firmen am Werk. "Bis jetzt sind wir sehr zuversichtlich, dass wir sowohl im zeitlichen als auch im finanziellen Rahmen bleiben", so der Projektleiter Wolfgang Hertrampf.

Das einstige Zunft- und Handelshaus der Tuchmacherinnung soll bis 2019 komplett erneuert und modernisiert werden. Die Kosten sind mit 14,25 Mio. Euro veranschlagt, rund 8,64 Mio. Euro erhält die Stadt Zwickau aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz".

Das markante Gebäude am Hauptmarkt bleibt Hauptspielstätte des Theaters Plauen-Zwickau.