Auch im Netz muss man seine Einkäufe bezahlen!

Gericht So schnell macht man sich strafbar

auch-im-netz-muss-man-seine-einkaeufe-bezahlen
Amtsgericht Zwickau Foto: Nicole Schwalbe

Zwickau. Heutzutage ist das Bestellen im Internet fast so gängig, wie das Brötchenkaufen beim Bäcker. Ein Klick und die Ware ist bestellt. Mit dem Bezahlen ist das dann bei einigen so eine Sache. So auch bei der 43jährigen Angeklagten, die sich heute wegen Computerbetrugs vor dem Amtsgericht Zwickau wiederfand. Computerbetrug setzt voraus, dass der Täter unbefugt Daten verwendet. Die junge Frau hatte im Februar online homöopathische Waren gekauft und trotz dreifacher Aufforderung nicht bezahlt. Vorliegend kreidete die Staatsanwaltschaft also an, die Angeklagte habe den Bestellvorgang abgeschlossen und damit signalisiert, sie wolle die Ware auch bezahlen. Da sie diese aber gar nicht bezahlen konnte, so die Staatsanwaltschaft, wurde der Computer "getäuscht", in dem der Wille des Online-Unternehmens, nämlich die verkaufte Ware auch bezahlt zu bekommen, missachtet wurde. Als Entschuldigung brachte die Angeklagte vor, dass sie durch zu viel Arbeit erkrankt sei und ihren Job verloren hatte. Die 43Jährige wurde freigesprochen, da man ihr den Vorsatz, nicht bezahlen zu wollen, nicht mit ausreichender Sicherheit nachweisen konnte. Vielleicht kam ihr auch der Umstand zugute, dass sie als Hebamme wieder im Dienst und zahlungswillig ist und zu dem damaligen Zeitpunkt am Burn-Out litt.