Aufgrund politischer Entwicklung - Oberlungwitzer Stadtrat zieht Schlussstrich

Rückzug Roland Neubert hört nach Jahrzehnten auf

Oberlungwitz. 

Oberlungwitz. Bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend im Oberlungwitzer Vereinshaus "Zur Post" fehlte ein kommunalpolitisches Urgestein. CDU-Stadtrat Roland Neubert, der seit der Wende mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung zu dem Gremium gehörte, war entschuldigt. Er wird aber auch künftig nicht mehr dabei sein.

Denn Neubert, der auch einige Jahre dem Kreistag angehörte, hat seinen Rückzug aus dem Stadtrat erklärt. Bereits Anfang Mai hatte der 69-Jährige in einem offenen Brief an den Bürgermeister und Ratskollegen darüber informiert, dass er verschiedene Entwicklungen im Land nicht mehr hinnehmen kann.

Politische Tendenzen seien bedenklich

Nachdem er sich in den vergangenen Jahren schon oftmals geärgert hatte, brachte die Corona-Thematik das Fass nun zum Überlaufen. Panikmache und Zwangsmaßnahmen, die laut Neubert die Demokratie unterwandern, seien mehr als bedenklich. "Gegenteilige Meinungen oder gar Kritik kommen nicht mehr vor. Mündigen Bürgern wird vorgeschrieben, was sie zu denken und zu tun haben", so Neubert, der betonte, dass diese Entwicklungen nicht das sind, für was er sich in der Wendezeit und den Jahren danach eingesetzt habe.

Wenn die Politik jetzt stets betone, dass der Schutz des Lebens vor wirtschaftlichen Interessen und anderen Themen stehe, müsse das auch gelten, wenn es um die Verhinderung von Alkoholtoten, das Thema Abtreibungen und andere Bereiche geht. Dass all diese Themen nichts mit der Kommunalpolitik zu tun haben, ist Neubert klar. Ein Schlussstrich unter seine politische Mitarbeit zieht er dennoch.