Aus Mangel an Beweisen freigesprochen

Raub Nur einer der Angeklagten wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

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Frank B. und Tsvetan D. standen heute wegen Raubes vor dem Schöffengericht Zwickau. Foto: N. Schwalbe

Zwickau . "Zwischen Wollen und Können liegt ein himmelweiter Unterschied. Als Richter kann man nicht so, wie man vielleicht will", äußerte sich Richter Stefan Noback bei der Urteilsverkündung. Vorangegangen war ein mehrstündiges Verfahren vor dem Schöffengericht. Der Immobilienunternehmer Frank B. saß gemeinsam mit einem seiner Mieter auf der Anklagebank. Dem deutschen 54Jährigen und dem 27jährigen Bulgaren Tsvetan D. wurde zur Last gelegt, zwei der Mieter beraubt zu haben. "Ich habe über 100 Wohnungen, ich habe es nicht nötig, jemanden zu berauben", wäscht Frank B. seine Hände in Unschuld. Da ihm zwei seiner Mieter noch Geld schuldeten, soll er ihnen gemeinsam mit Tsvetan D. unter Anwendung von Gewalt Gegenstände wie Mobiltelefon und Tablet weggenommen haben. Eines der Opfer wurde in Hand- und Fußfesseln direkt aus der Justizvollzugsanstalt vorgeführt. Der junge Mann verstrickte sich in widersprüchliche Aussagen, war zum damaligen Zeitpunkt drogenabhängig, so dass nach dem mehrstündigen Verfahren nicht deutlich wurde, ob Frank B. seinen bulgarischen Mieter tatsächlich dafür eingesetzt hat, um Mietschulden, notfalls mit Gewalt, einzutreiben, oder gar das Opfer stundenlang festzuhalten und Schutzgeld erpresst zu haben. Klar ist lediglich die Körperverletzung durch Tsvetan D., denn das Opfer erlitt bei dem Zusammentreffen nachweislich einen Nasenbeinbruch. "Die Tatsache, dass die Körperverletzung im Beisein von zwei weiteren Bulgaren stattgefunden hat, macht sie zu einer gefährlichen Körperverletzung", so Staatsanwältin Antje Tietsch. Frank B. wurde freigesprochen unter der Auflage, 1500 Euro an die Staatskasse zu bezahlen. Den arbeitssuchenden Tsvetan D. erwartet nur eine geringe Geldstrafe, die nach dem Maßstab einer Hausfrau berechnet wurde.