Ausstellung und Gedenkveranstaltung erinnern

Schau Im Daetz-Centrum wird der Erste Weltkrieg thematisiert

Holzkreuze erinnern an die Opfer des Ersten Weltkrieges. Foto: Markus Pfeifer

Lichtenstein. Am 11. November 1918, also vor 100 Jahren, endete der Erste Weltkrieg. Seit 1914 hatte der Krieg, in den die europäischen Länder mit einem kaum vorstellbaren Enthusiasmus gezogen warten, rund 17 Millionen Menschen das Leben gekostet. Das Stadtmuseum Lichtenstein erinnert mit einer Ausstellung im Daetz-Centrum unter dem Titel "Wenn aus Helden Opfer werden - 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg" an die Geschehnisse. Gezeigt werden unter anderem Holzkreuze, die an die Opfer erinnern, Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Ordnen. Wichtig sind aber vor allem die Menschen, die unter dem Krieg litten. Sie werden anschaulich und persönlich vorgestellt.

"Die Ausstellung widmet sich den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf Lichtenstein und die Region. Wer waren die Menschen, die starben, die als Invaliden heimkehrten, die traumatisiert waren?", erklärt Museumsleiterin Anne-Sophie Berner. Rund 50 Soldaten werden vorgestellt. Genauso wird gezeigt, wie sehr die Männer, die an der Front kämpften, in den Familien, Handwerksbetrieben und verschiedenen Einrichtungen fehlten. Sehr authentisch wird die Ausstellung durch Auszuge aus den persönlichen Erinnerungen von Karl Max Schneider, dem späteren Leipziger Zoodirektor und Namensgeben des Lichtensteiner Gymnasiums. Er hat im Krieg ein Tagebuch, das einen Eindruck von der Angst im Schützengraben oder dem Leid im Lazarett vermittelt.

Geöffnet ist derzeit von Donnerstag bis Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr. Ab kommender Woche wird nur freitags und am Wochenende sowie an Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein. Am Sonntag findet im Daetz-Centrum ab 15.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung zum 100. Jubiläum des Kriegsendes statt. An dem Nachmittag werden Eva Prase und Stephan Lorenz aus ihrem Buch "Überlebe ich, so schreibe ich weiter" lesen. Das Buch entstand 2014 nach einem Aufruf der Zeitung "Freie Presse" an ihre Leser, Feldpost der Väter, Großväter oder Urgroßväter zur Verfügung zu stellen. Künstler Klaus Kux stellt eine Arbeit aus Hunderttausenden Zahnstochern vor und Schüler lesen Texte aus dem Kriegstagebuch Max Schneiders.