Ausstellung zu berühmtem Kaufmann

Stadthistorie Die "Schockenstadt Zwickau" wird ab dem 4. November beleuchtet

Das Kaufhaus Schocken - den jüngeren Zwickauer Bürgern wird der Name kaum etwas sagen, obschon sie womöglich täglich daran vorbeilaufen. Am Mittwoch, dem 4. November, lädt das Stadtarchiv Zwickau nun im Gedenken an die Novemberpogrome 1938 zu einer Veranstaltung rund um den einstigen Zwickauer Unternehmer Salman Schocken ein. Im Robert-Schumann-Haus Zwickau wird ab 18 Uhr der Film "Von Zwickau nach Jerusalem - Salman Schocken" vorgeführt. Im Vorfeld wird der Mittweidaer Historiker Jürgen Nitsche einen Einblick in privates wie berufliches Wirken von Salman Schocken geben. Vor Beginn der Vorführung erläutert der Regisseur des Films, Prof. Eberhard Görner, bekannt für viele Folgen der beliebten Reihe "Polizeiruf 110" oder seine Dokumentation über Armin Mueller-Stahl, noch einige Details. Der Film geht, wie der Name bereits sagt, auch auf Schockens Emigration im Jahr 1934 nach Palästina ein, zu der er sich durch den aufkommenden Nationalsozialismus und Antizionismus gezwungen sah. Mit Filialen in Oelsnitz, dem heutigen Zwickauer Stadtteil Planitz, Aue, Frankenberg, Lugau oder Chemnitz war die innovativ geführte Kaufhauskette Schocken einst das wichtigste Einzelhandelsunternehmen Sachsens. Mit dem geschäftlichen Erfolg entwickelte sich die Familie Schocken auch zu großen Kultur-Mäzenen, die auch die Stadt Zwickau reich beschenkte. Parallel zur Filmvorführung stellt das Robert-Schumann-Haus drei Sondervitrinen aus, die Exponate beinhalten, welche Salman Schocken dem Zwickauer Schumann-Museum in den Jahren 1932 und 1933 spendete, darunter ein Autograph aus Schumanns Nachtstücken für Klavier op. 23, ein Chorlied aus Schumanns Dresdner Zeit und die umfangreiche Sammlung von 159 Briefen des jüdischen Dirigenten Hermann Levi an Clara Schumann.