Bau-Panne sorgt für Probleme

Sanierung Teil des Daches muss noch einmal erneuert werden

Die Sanierung der Diesterweg-Oberschule in Werdau entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden. Nachdem in der Vergangenheit schon die Kosten in die Höhe geschnellt sind und der Zeitplan durcheinandergewirbelt wurde, musste Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) vor wenigen Tagen zur Sitzung des Technischen Ausschusses die nächste Hiobsbotschaft verkünden: Ein Teil des neu eingedeckten Daches muss wieder entfernt werden. Mitarbeiter der Stadt haben bei einer Kontrolle erhebliche Schäden am neu eingedeckten Dach festgestellt. Dabei handelt es sich um teils derart massive Baumängel, dass umfangreiche Zusatzmaßnahmen erforderlich sind. "Es kam bereits zu Schäden durch eindringendes Wasser", sagt Czarnecki. Eine fachkundige Begutachtung kam zu dem Ergebnis, dass weite Teile des rund 1700 Quadratmeter großen Daches wieder entfernt und neu eingedeckt werden müssen. Es besteht derzeit die Gefahr, dass die zusätzlichen Kosten - zumindest vorläufig - über die Stadtkasse vorfinanziert werden müssen. "Die Ausmaße eines systematisch schlecht gedeckten Daches sind kaum vorstellbar", sagt der Oberbürgermeister. An den letzten Tagen gab es bereits einige Gespräche mit den Juristen. Czarnecki hat sogar eine Strafanzeige gestellt: "Wir werden die Verantwortlichen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft ziehen". Aufgrund der noch nicht absehbaren Kosten der notwendigen Schadensbeseitigung ist die Stadt gezwungen bis auf weiteres eine Haushaltssperre zu verhängen. Die Sanierung der 1926 errichteten Bildungseinrichtung gehört zu den größten Bauvorhaben, die nach der Wende in Werdau in Angriff genommen wurde. In den Komplex müssen rund fünf Millionen Euro gesteckt werden.