Behörde informiert über Akten

Stasi-Dokumente Es ist weiter viel Geduld erforderlich

Utz Rachowski (61), der Beratungen im Auftrag des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen durchführt, war in dieser Woche in Crimmitschau. Dabei hat der Mann aus Reichenbach auch über die Möglichkeiten strafrechtlicher, beruflicher und verwaltungsrechtlicher Rehabilitierung von SED-Unrecht informiert. Rachowski geriet selbst mit der Staatssicherheit in Konflikt, wurde wegen der Gründung eines Philosophie-Clubs von der Oberschule verwiesen und später wegen "staatsfeindlicher Hetze" zu 27 Monaten Gefängnis verurteilt. Bei seinem Besuch in Crimmitschau hat Rachowski über die Möglichkeiten auch über die Möglichkeiten zum Zugang und zur Einsicht in Stasi-Akten informiert. Dafür ist aber viel Geduld erforderlich. Erst nach sechs Monaten ist geklärt, ob es eine Stasi-Akte gibt. Danach dauert es noch einmal zweieinhalb bis drei Jahre, um die Unterlagen aus dem Archiv zu holen. Die Beschattung durch die Sicherheitsorgane kann selbst von Leuten, die zur Wendezeit im Kindergarten waren, dokumentiert sein. "Wenn die Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hatten, wurde oftmals auch zu den Kindern schob eine Akte angelegt", verrät Rachowski, der pro Jahr zwischen 30 und 35 Beratungen in Sachsen durchführt.