Beim Hochwasserschutz ist noch viel zu tun

Kritik Bachanwohner ärgern sich über schleppenden Fortschritt

Das Rüchhaltebecken in Oberlungwitz ist eine von wenigen fertigen Anlagen. Foto: Markus Pfeifer

Region. Ziemlich genau 15 Jahre ist es her, dass die vermeintliche Jahrhundertflut vom August 2002 in Sachsen wütete. Danach sollte viel für den Hochwasserschutz getan werden, doch geschafft wurden nur Bruchteile, was sich nicht zuletzt bei neuen Hochwasserereignissen in den Jahren 2010 und 2013 zeigte.

Immerhin bestand Anfang Juni 2013 das Rückhaltebecken in Oberlungwitz seine Feuertaufe. Das Millionenprojekt hielt nach Starkregenfällen rund 125.000 Kubikmeter Wasser des Kirchberger Dorfbaches zurück.

Zehn Rückhaltebecken waren ursprünglich angedacht

Dann lief es kurzzeitig über, was Fachleute und Anwohner, die zuvor das Riesenbauwerk aufgrund seiner Dimensionen kritisiert hatten, überraschte. Weitere große Rückhaltebecken gibt es aber im Tal des Lungwitzbaches nicht, sodass Oberlungwitz, Hermsdorf, Rüsdorf, St. Egidien und Niederlungwitz weiterhin mit der Hochwassergefahr leben müssen.

"Nach der Flut von 2002 gab es Pläne, bis zu zehn Rückhaltebecken zu bauen. Doch mit jeder Überarbeitung wurden es weniger", sagt Frank Baumann, der in Hermsdorf direkte am Lungwitzbach wohnt und als Gemeinderat in der Arbeitsgruppe Hochwasserschutz mitarbeitet.

Kritik: Es wird mehr geplant und verworfen als getan

Er beklagt, dass Unsummen für Planungen ausgegeben wurden, aber auch Schutzanlagen wie Mauern oder höhere Dämme bisher nur sporadisch realisiert wurden. Derzeit steht beispielsweise in den Sternen, ob die für Hermsdorf vorgesehen Maßnahmen umgesetzt werden.

Während nach den jüngsten Hochwasserereignissen jeweils schnell Millionenbeträge für die Schadensbeseitigung bereit stehen, ist das mit Blick auf nachhaltige Schutzmaßnahmen laut Baumann kaum der Fall. "Naturnahen vorbeugenden Hochwasserscher in der Fläche gibt es kaum", sagt Manfred Sonntag, Naturschützer aus Oberlungwitz.

Pilotprojekte wie der Flusserlebnispfad zwischen St. Egidien und Niederlungwitz seien vor nunmehr zehn Jahren medienwirksam eingeweiht worden, doch danach sei nicht mehr viel passiert, obwohl für viel Geld Konzepte erarbeitet wurden.