Belegung ab Dienstag geplant

Notunterkunft Ehemaliger Bahr-Markt bereit für erste Asylbewerber

Es ist so weit: Die Notunterkunft für Asylbewerber im ehemaligen Bahr-Markt am Westsachsenstadion kann bald die ersten Bewohner empfangen. Auf die, die am Dienstag hier eintreffen, wartet ein gut organisiertes, aber karg ausgestattetes Umfeld. Dünne Trennwände teilen die Wohnbereiche - zumeist in Zweibettzimmer, die bisher noch mit kaum mehr als einfachen Stahlbetten ausgestattet sind. "Die Schränke kommen noch", sagt Regionalvorstand Pierre Söllner von der Johanniter-Unfall-Hilfe, die für den Betrieb der Unterkunft zuständig ist. Insgesamt ist die Einrichtung auf 346 Plätze ausgelegt. Ein Catering-Service sorgt für das Essen, Sanitärcontainer stehen vor dem Gebäude. Auch ein Sportbereich ist in dem von Drahtzäunen umgrenzten Areal vorgesehen. Fünf Sozialbetreuer, vier Hauswirtschaftskräfte und einen Koordinator zählt das Personal der Johanniter vor Ort, so Sprecherin Katja Böwe. Einen Anlass zur Sorge um die Sicherheit von Anwohnern und Asylbewerbern sieht Pierre Söllner nicht. In der Vergangenheit war es jedoch schon zu kleineren Protestaktionen gekommen. Damit in Zukunft alles ruhig bleibt, herrscht in der Unterkunft eine strikte Hausordnung. Sie untersagt etwa den Konsum von Alkohol, so Söllner. Zudem sollen 20 Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstleisters im Schichtsystem die Eingangsbereiche kontrollieren.

Erwartet werden ausschließlich Männer verschiedener Nationalitäten. Auf Rang eins der Herkunftsländer steht weiterhin Syrien, erklärt Ilona Schilk, die Sprecherin des Landkreises Zwickau. Weiter Afghanen, deren Anteil derzeit zunehme, so Schilk. Laut Johanniter-Regionalvorstand Söllner sind die Neuankömmlinge bereits asylrechtlich registriert und haben eine medizinische Untersuchung hinter sich.