Beliebte Bio-Bäckerei in Zwickau hat wieder geöffnet

Lebenswerk Bernd Engelmann fand in Michael Nötzold einen würdigen Nachfolger

Zwickau. 

Zwickau. Großer Auflauf herrschte kürzlich auf der Äußeren Plauenschen Straße in Zwickau. Bereits früh um 7 Uhr standen die ersten Kunden vor der Biobrotmanufaktur & Patisserie Nötzold, die an diesem Tag ab 8 Uhrerstmals ihren Türen in der Äußeren Plauenschen Straße in Zwickau öffnete.

Rettung des Lebenswerkes

Das Logo "Biobrotmanufaktur Nötzold - inspired by Doktor Engelmann" weist daraufhin, dass hier nach Rezepten und mit dem Know-how des Biobäckers Dr. Bernd Engelmann gebacken wird. Für den 79-Jährigen, ist dieser Tag - nach über 15 Monaten Zwangspause wegen der Insolvenzen seiner Nachfolger und des zermürbenden Kampfes gegen juristische Windmühlen - ein ganz besonderer, denn es bedeutet die Rettung seines Lebenswerkes. Der 35-jährige Konditormeister Michael Nötzold, Vorstandsmitglied der Konditoreninnung Westsachsen, und seine Frau Julia wollen jetzt im Geiste Engelmanns die Biobäckerei weiterführen. Im vergangenen halben Jahr fand man zueinander. "Das Konzept hat uns überzeugt", sagt Julia Nötzold, die für Bio-Kost brennt. Die 29-Jährige fasziniert das Know-how, die Grundidee dahinter, die Nachhaltigkeit: "Vom Mehl mahlen bis zum fertigen Brot - und das dann noch ökologisch und Bio-zertifiziert." Ihr Mann sagt: "Ich fühle mich wie ein Lehrling, denn es gibt noch sehr viel zu lernen." Dafür steht ihm Dr. Engelmann persönlich zur Seite, der dafür aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist und in der Backstube sein Wissen an den jungen Nachfolger weitergibt. Eine kurze Pause legten die beiden am Mittwoch punkt 12.15 Uhr ein, um ein besonderes Eröffnungsständchen zu genießen.

Auch die Musiker und Theaterleute freuen sich über frische Brötchen

"Wir freuen uns wahnsinnig, dass hier wieder die Türen offen stehen", sagt Leo Siberski, Generalmusikdirektor des Theaters Plauen-Zwickau, der am E-Piano neben Paul Taubitz, dem 1. Kapellmeister, sitzt. Zur Fortsetzung der Tradition von Bäckermeister Bernd Engelmann, der seit Jahrzehnten im Theaterförderverein engagiert ist, spielten sie den ersten Satz aus Robert Schumanns Frühlingssinfonie. Theaterfotograf André Leischner wohnt gegenüber im Bärenhof. "Als Engelmann damals schließen musste, habe ich mir 15 Brote geholt und eingefroren. Die sind längst alle. Wir freuen uns riesig, dass es wieder Nachschub gibt", sagt er. 

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