Bergschafe grasen als "Landschaftspfleger" am Muldeufer

Beruf Simon Marsch ist Wanderschäfer aus Berufung

Crossen. 

Crossen. Mit einer grasenden Schafherde bietet sich den Stadtbewohnern, die das schöne Wetter für einen Spaziergang oder eine Radfahrt entlang der Zwickauer Mulde nutzen, ein idyllisches Bild. Das wiederum bewegt viele zu einem kürzeren oder längerem Stopp während ihrer kleinen Tour ins Freie. So bilden sich mitunter dicht an der elektrischen Abzäunung regelrechte Menschen-Zäune - wenn auch in Corona geschuldetem gebührendem Abstand voneinander.

Bergschafe als "Landschaftspfleger"

"Es sind rund 300 Mutterschafe mit Lämmern. Einige der Lämmer sind nur wenige Stunden alt, die anderen bis zu einem halben Jahr", erklärt Simon Marsch den Wissbegierigen. Er ist ein Wanderschäfer und seine bayerischen Bergschafe sind "Landschaftspfleger" im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde. Sie sind ideal an die artenreiche, krautige Pflanzenwelt angepasst. Er weist aber eindringlich darauf hin, dass seine Schafe keine Zoo-, sondern Fluchttiere sind und bittet, vor allem die Hundebesitzer, um Rücksicht. "Wenn Schafe sich erschrecken, können sie in Panik ausbrechen, dabei können Lämmer sogar zertrampelt werden", erklärt er.

Schäferei existiert seit 30 Jahren

Seine bayerischen Bergschafe, die zu einer vom Aussterben bedrohten Rasse gehören, seien zwar hervorragende Schwimmer, doch wenn die Wolle sich einmal mit Wasser vollgesaugt hat, bedeute es für die Tiere den sicheren Tod. In seiner Herde steckt nicht nur die ganze berufliche Existenz des 31-Jährigen. Simon Marsch ist Schäfer aus Berufung - so wie sein Bruder Quirin Marsch und Vater Josef (Sepp) Schwaiger. Die Familie, die schon seit 500 Jahren Schäferei betreibt, stammt aus Bayern. Seit 25 Jahren ist die Familie in Crossen beheimatet, die elterliche Schäferei existiert seit 30 Jahren. Einen anderen Beruf konnte sich Simon Marsch von klein auf nicht vorstellen. Er ist schließlich in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem sich 365 Tage im Jahr um die Schafe gekümmert wurde.

Trotz Leidenschaft harte Arbeit

Und genauso macht er es auch - bei jedem Wetter. So hat er sich auch zu Ostern - egal ob Karfreitag, Ostersonntag oder -montag - um seine Herde gekümmert. Seine Schäferin, die hauptberuflich an der Universität in Leipzig arbeitet, hat er schon vor zehn Jahren gefunden. Anne-Kathrin Pagel unterstützt seine Leidenschaft voll und ganz. So sind ihre "Schäferstündchen" auch beim schönsten Wetter allerdings in erster Linie harte Arbeit - bei all der Leidenschaft, die man dafür aufbringt.

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