Berliner Fotograf trifft Zwickauer Zeitzeugin

Ausstellung "Zwickau und die Moderne in der Welt" im Rathaus eröffnet

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Friederike Schindler, 76 Jahre, wohnt seit 65 Jahren in der Erlmühlenstraße in Zwickau in einem Bauhausgebäude. Sie besuchte heute der Berliner Fotograf Jean Molitor und die Kunsthistorikerin Kaija Voss. Foto: Ralph Koehler/propicture

Zwickau. Als der Fotograf Jean Molitor am Montag im Zwickauer Rathaus seine Ausstellung "Zwickau und die Moderne in der Welt" eröffnete, war auch die Zwickauerin Friederike Schindler zugegen. Die 76-Jährige bewohnt seit 52 Jahren ein Haus, das der bekannte Berliner Fotograf für seine Fotoausstellung in Szene gesetzt hat.

Dass das Gebäude in der Erlmühlenstraße 3 ein Juwel der Bauhaus-Architektur ist, weiß Schindler schon lange. Dass sich durch die Ausstellung, die bis zum 31. Januar im Rathaus zu sehen ist, viele Zwickauer ein Bild davon machen können, freut sie umso mehr, wäre das Gebäude doch bereits fast einmal aus dem Stadtbild verschwunden.

Schindler erinnert sich, dass die ehemalige Eigentümerin - die Gebäude- und Grundstückgesellschaft Zwickau - ursprünglich vorhatte, das Haus am Fuße des Scheffelbergs abzureißen. "Deswegen waren die GGZ-Mitarbeiter zur Objektbesichtigung da, und ich habe sie durch das ganze Haus geführt und alles erzählt, was ich darüber wusste und dass es nicht abgerissen werden darf", erzählte Friederike Schindler dem Fotografen Jean Molitor beim Treffen in ihrer Zweiraumwohnung in der Erlmühlenstraße.

Am 1. September 2009 wurde das stark sanierungsbedürftige Zwickauer Zeugnis der Bauhaus-Architektur von einem Investor aus Jena ersteigert. "Ich bin sehr glücklich, hier weiter wohnen zu dürfen. Die Wohnung, die Tür an Tür mit meiner früheren liegt, die es nicht mehr gibt, wurde extra für mich saniert", sagte die frühere Kinder- und Säuglingsschwester.

Die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss, die zusammen mit Jean Molitor zu Besuch kam, zeigte sich absolut begeistert: "Es ist das besondere Talent von Jean Molitor, abseits bekannter Bauhaus-Hochburgen solche seltenen architektur-historischen Perlen zu finden und sie mit seinem ganz besonderen Blick darauf abzubilden".