Bibliothek erhält Kreisel-Nachlass

Musik Komponist schuf mehr als 1.000 Werke

Zwickau. 

Die Zwickauer Ratsschulbibliothek erhielt in der vergangenen Woche ungewöhnlichen Besuch. Zwei Frauen klopften an die Tür von Lutz Mahnke, Leiter der Einrichtung. Im Gepäck hatten sie jede Menge Kisten und Kartons. Es waren die Schwestern des Zwickauer Komponisten Paul Eberhard Kreisel, dessen Todestag sich am 11. November jährte. Sie übergaben seinen Nachlass. In den 60 Umzugskisten und etwa 100 Kartons befindet sich dessen gesamtes kompositorisches Schaffen - Notenhandschriften und -drucke, seinen relevanten Briefwechsel sowie Werkdokumentationen mit Programmheften, Zeitungsausschnitte, Rezensionen von Aufführungen in Zwickau und außerhalb. Auch Notenhandschriften weiterer Komponisten aus Stadt und Landkreis Zwickau sowie sein Tonbandarchiv mit Konzert- und Probenmitschnitten sind darunter. Lutz Mahnke meinte sichtlich erfreut und dankbar: "Vor allem das Tonbandarchiv von Kreisel ist für Musikgeschichte und Musikleben Zwickaus von zentraler Bedeutung.

Die Tonbänder dokumentieren in großer Dichte die Musikaufführungen im Dom St. Marien und anderen Spielstätten der Stadt Zwickau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts." Paul Eberhard Kreisel wurde im Jahr 1931 in Vielau geboren. Er gehörte in der Folge zu den bedeutenden Domkantoren, Organisten und Komponisten der Stadt Zwickau. Über 40 Jahre wirkte der Kirchenmusiker am Dom St. Marien und führte dort viele kirchenmusikalische Traditionen weiter. Seine Domchorkonzerte zählten zu den besonderen kulturellen Ereignissen der Stadt. Neben 1.200 Choralvorspielen schuf er im Laufe der Zeit über 160 größere Werke und Zyklen. msz