Bienenseuche wandert weiter

Umwelt Neuer Faulbrutfall in Härtensdorf

Zunächst die gute Nachricht: Der Honig der regionalen Imker ist in seiner Genießbarkeit absolut unbeeinträchtigt, da die Faulbrutbakterien für den Menschen keinerlei Gefahr darstellen. Dass die amerikanische Faulbrut jedoch seit mittlerweile anderthalb Jahren im Landkreis Zwickau grassiert, gibt zu denken. Und es lässt vermuten, dass einige Imker die Auflagen des Veterinäramts mutwillig oder fahrlässig unterlaufen. Zur Historie: Erstmalig wurde die Seuche 2014 in Zwickau-Crossen aktenkundig. Die daraufhin verhängte Sperrzone von 3 km führte jedoch nicht zur Eindämmung, die Krankheit breitete sich entlang dem Mülsengrund bis nach Härtensdorf aus. Dies legt nahe, dass der erste bekannte Herd nicht Ursprung der Erkrankung war oder, entgegen der Auflagen, Bienen bzw. mit ihnen in Kontakt geratene Materialien aus dem Sperrbezirk entfernt wurden. Problem sind die Raubflüge von Bienen in fremde Stöcke. Infizierte Räuber tragen die Sporen weiter, gesunde Bienen infizieren sich bei Raubflügen in kontaminierte, ggf. schon verlassene Stöcke, wo das extrem witterungsbeständige Bakterium über 80 Jahre aktiv bleiben kann. Ein infiziertes Volk muss daher getötet oder zeitaufwendig saniert werden, was insbesondere in der Erntezeit finanzielle Einbußen nach sich zieht. Darin könnte ein Motiv für die unterbliebene Meldung infizierter Völker liegen. Letztlich ist es jedoch ein Teufelskreis, da die Arbeit professioneller Imker wie Peter Gruner vom Imkerverein Mülsengrund-Ortmannsdorf ungeachtet nicht befallener Bienenbestände durch das Mobilitätsverbot im Sperrbezirk nachhaltig beeinträchtigt wird und wiederum finanzielle Einbußen bedingt. Um der Plage Herr zu werden ist es daher unumgänglich, dass jeder Stock registriert ist und überprüft werden kann.