Bilderbuchidylle? Lieber ein realistisches Bild!

Landwirtschaft Grundschüler lernen die Realität kennen

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Die Kühe stehen im Sonnenschein auf der Weide, kauen auf einer dottergelben Butterblume herum und traben abends entspannt zum Melken in den heimatlichen Stall: Dass diese Bilderbuchidylle nur wenig mit moderner Landwirtschaft zu tun hat, haben kürzlich die Zweitklässler der Gerhart-Hauptmann-Grundschule bei einem Besuch auf dem "Wirtschaftshof Sachsenland" gelernt.

"Die meisten Leute möchten so preisgünstig wie möglich Fleisch und Wurst kaufen und verlangen von den Bauern gleichzeitig höchstmögliches Tierwohl - dieser Widerspruch ist weit verbreitet", weiß Jens Hoffmann. Darum nimmt er sich gern die Zeit, Interessenten zu zeigen, dass vernünftige Preise und artgerechte Haltung trotzdem zueinander finden können.

Von klein an ein realistisches Bild

Der Vorstandsvorsitzende, an dessen Seite rund 140 Mitarbeiter aktiv sind, möchte auf "jahrhundertelange bäuerliche Erfahrung, gepaart mit modernster Technik und im Einvernehmen mit der Natur" setzen. Seine Begeisterung für den Beruf zeigt sich auch beim Rundgang durch das Stallgelände in Pleißa, einem der hofeigenen Objekte: Die Kinder blicken ehrfürchtig auf die mächtigen Bullen, begeistern sich an den kleinen Kälbchen und erleben die Jungschweine beim Herumtoben im Stroh.

"Diese jungen Menschen, die die Tiere ja auch im Sachunterricht kennenlernen, sollen von klein an ein realistisches Bild von der Landwirtschaft und der Arbeit der Bauern haben", wünscht sich Hoffmann. "Aktuell hat man das Gefühl, dass jeder gern auf uns 'einprügelt' - dabei liegt es ja in der Logik der Dinge, dass man das Beste für seine Tiere oder die bewirtschafteten Böden will. Auch wenn es gewiss 'schwarze Schafe' in der Branche gibt: Die meisten Bauern werden nach ihren Möglichkeiten stets das Beste für Frische und Qualität ihrer Produkte geben."