Brandanschlag in der Nacht

Auf Flüchtlingsunterkunft Tatverdächtige in Crimmitschau ermittelt

Schock in Crimmitschau: In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag gab es einen Brandanschlag auf eine Flüchtlings-Unterkunft an der Leipziger Straße. Dazu haben die Kriminalpolizei und das Operative Abwehrzentrum die Ermittlungen aufgenommen. Sie teilten mit, dass der Brandsatz gegen 3 Uhr gegen die Wand des Hauses geworfen wurde. Er ist aber selbst erloschen. Zudem haben die Angreifer mit einem Blumenkübel eine Fensterscheibe beschädigt. "Die Polizei stellte die Identitäten der zum Teil stark alkoholisierten Tatverdächtigen fest, einige von ihnen wurden festgenommen", informierte Polizeisprecherin Anett Münster. Sie macht deutlich, dass die Beamten bei ihrem Einsatz auch Pfefferspray einsetzen mussten, weil sie von einem Tatverdächtigen angegriffen wurden. Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) hat zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend - sichtlich mitgenommen von den Ereignissen - eine Stellungnahme verlesen. "Durch den Brandanschlag war das Leben von mehr als 70 Menschen in unmittelbarer Gefahr", sagt Günther. In dem Komplex wohnen auch 27 Kinder. Nur durch die Umsicht eines Wachmannes hätte Schlimmeres verhindert werden. Holm Günther: "Crimmitschau war bisher verschont geblieben von derartigen Verbrechen. Es war ein Schock für mich, zu erfahren, dass Bürger unserer Stadt zu so etwas fähig sind." Er rief die Einwohner zu Umsicht, Besonnenheit und Wachsamkeit auf. "Bitte lassen Sie nicht zu, dass - bei aller Unterschiedlichkeit der Meinungen zum Thema Asylbewerber - Menschenleben in Gefahr gebracht werden oder die Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Es ist unsere Stadt. Lassen wir sie nicht besudeln von unbelehrbaren Gestrigen", sagte Holm Günther. Seine gesamte Stellungnahme zum Vorfall ist auch auf der Stadt-Homepage veröffentlicht.