Bürger machen mobil

Flüchtlingskrise Geteilte Ansichten in der Asylfrage - Schweigemarsch durch Zwickau

Sie wollen ein Zeichen setzen - dafür, dass sie mit der Asylpolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Am Samstag sammelten sich laut Polizeiangaben rund 1000 Menschen auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau. In einem Schweigemarsch ohne Reden und Plakate ging es in Richtung Hauptmarkt und zurück. Vorbei mussten sie an 200 Gegendemonstranten vom Zwickauer Bündnis für Demokratie und Toleranz, das sich auf dem Georgenplatz, einem Punkt entlang der Demo-Route, postiert hatte. "Weil wir vermeintliche Asylgegner sind, wie es in der Freien Presse steht, gibt es jetzt einen Gegenprotest", wundert sich ein Organisator des Schweigemarschs. Eine Antwort darauf hat Sven Wöhl, Stadtverbandschef der Linken, der auf der Gegenseite steht: "Das Problem sind die Vorurteile, die sich durch solche Bewegungen ausbreiten. Wenn sie stattdessen für Frieden demonstrieren würden, könnten wir uns anschließen." Wer den Schweigemarsch organisiert hatte und welche politischen Ideen dahinter stünden, war nicht zu erfahren. Eine Zurückhaltung, die die Zwickauer Asylkritiker von ihrem Plauener Gegenstück unterscheidet. In Plauen war einen Tag darauf die mittlerweile fünfte Sonntagsdemo der Gruppe "Wir sind Deutschland" abgehalten worden. Während in der vogtländischen Stadt das Konzept einer öffentlichen Redeplattform für jedermann verfolgt wird, haben sich die Zwickauer für den stillen Protest entschieden, ohne auch nur eine einzige politische Forderung zu stellen. Mit "Wir sind das Volk"-Rufen beenden sie gegen 17 Uhr ihre Veranstaltung auf dem Platz der Völkerfreundschaft. Die Gegendemonstration hatte sich bereits wenige Minuten zuvor aufgelöst. Trotz des Konfliktpotenzials zwischen beiden Seiten waren sie am Samstag friedlich aneinander vorbei gezogen.Auch das ein Zeichen.