Bürgermeister ärgert sich über den Freistaat

Breitband Meerane muss Eigenanteil von über einer Million Euro aufbringen

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Bürgermeister Lothar Ungerer. Foto: Frenzel

Meerane. Rund 11,2 Millionen Euro kostet der Ausbau des Breitbandnetzes in Meerane. Seit wenigen Tagen steht fest, wie das Vorhaben finanziert wird: Der Bund stellt 5,6 Millionen Euro zur Verfügung. Vom Freistaat kommen 4,5 Millionen Euro. Dazu übernimmt die Stadt einen Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro.

Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) hat auf den Eingang des Fördermittelbescheides vom Freistaat mit deutlichen Worten reagiert: "Entgegen den Ankündigungen der sächsischen Staatsregierung' 100 Prozent Förderung für 100 Prozent Glasfaser, wird der Eigenanteil der Stadt Meerane nicht durch den Freistaat Sachsen getragen. Es war zu erwarten, dass das Versprechen des Freistaates, den Breitbandausbau komplett aus der Landeskasse zu finanzieren, eher ein Versprecher war als eine Zusage."

Glasfaserkabel soll 531 Kilometer lang werden

Der Rathauschef muss sich zudem noch um die Festlegung von unterschiedlichen Fristen klären: Der Freistaat informiert, dass das Vorhaben bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Der Bund lässt Zeit bis Ende 2019. "Nun ist die Voraussetzung geschaffen, durch hochleistungsfähige Breitbandinternetanschlüsse, neue innovative Technologien anzuwenden.

Für eine moderne, wissensbasierte Gesellschaft sind Informations- und Kommunikationstechnologien von herausragender Bedeutung", sagt der Stadtchef, der nun die Ausschreibung vorantreiben und wahrscheinlich im dritten Quartal mit der Umsetzung beginnen will. Im Stadtgebiet muss ein Glasfaserkabel mit einer Gesamtlänge von 531 Kilometern verlegt werden, um 4302 Haushalte und 602 Unternehmen an das schnelle Datennetz zu bekommen.