Chefin sucht die "innere Mitte"

Zwischen Job und Feierabend Birgit Pretzel lernt Taekwondo

Gespannt verfolgen die Umstehenden die schnellen und kraftvollen Aktionen der Akteure auf der Wettkampffläche. In einem der weißen Kampfanzüge steckt Birgit Pretzel. Die Geschäftsleiterin des Zwickauer Globus-Marktes hat diese Kampfsportart vor etwa zehn Jahren für sich entdeckt. Die 46-Jährige erinnerte sich: "Damals war ich oft mit den Einnahmen des jeweiligen Marktes unterwegs, meist mitten in der Nacht auf einsamen Wegstücken. Das war nicht sehr angenehm. Ich wollte mich irgendwie schützen." Mehr zufällig kam die Mutter eines Sohnes am Zentrum für Kampfkunst in Gera vorbei. Hier informierte sie sich, war sofort fasziniert und blieb dabei. Die Geraerin fand in all den Jahren ihre "innere Mitte" und lebt diese Philosophie nicht nur bei ihrem Sport, sondern auch bei der beruflichen Tätigkeit und in der Familie aus: "Mein Selbstwertgefühl ist in all den Jahren gewachsen. Ich habe eine ganz andere Körpersprache und kann mich im Alltag wehren". Nahezu jedes Jahr qualifiziert sich die engagierte Frau mit Akribie und Einsatz für den nächst höherem farbigen Gürtel. Derzeit kann die Sportsfrau den schwarzen Gürtel gleichbedeutend mit dem 1. Dan vorweisen. msz