Chemiker wird neuer Rektor

Personal Karl Schwister löst bisherigen WHZ-Leiter Gunter Krautheim ab

Am 16. Dezember hat die Westsächsische Hochschule Zwickau einen neuen Rektor gewählt. Karl Schwister von der Hochschule Düsseldorf konnte sich im Auswahlverfahren gegen 14 Mitbewerber durchsetzen. Ab 1. März soll er die Nachfolge von Gunter Krautheim antreten, dessen Amtszeit zu Ende geht.

Der 61-jährige zukünftige Rektor ist seit 1990 als Professor für Chemie und Bioverfahrenstechnik tätig. Schon seit der Jugendzeit schlägt sein Herz für die Chemie. "Meine Eltern hatten mir einen Chemiebaukasten geschenkt, das war der Anfang", erinnert sich der Experte. Naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und in praktische Anwendungen umzusetzen, wurde sein Spezialgebiet. "Nehmen wir einen Misthaufen: Hier sieht man, wie Schadstoffe in der Natur abgebaut werden. Das lässt sich zum Beispiel auf die biologische Abluftreinigung übertragen", erklärt er.

In seiner zukünftigen Rolle möchte er vor allem zwei Linien verfolgen: Zum einen die bisherige Vielfalt an Studiengängen verbreitern, zum anderen die Werbetrommel für die MINT-Fächer schlagen. "Ein Maschinenbauer sollte auch in der Lage sein, die Grundlagen von BWL, Management und Controlling zu beherrschen und seine Forschungsergebnisse verständlich präsentieren können", so Schwister. Die technischen Studiengänge sollen stärker mit betriebswirtschaftlichen und sprachlichen Lehrinhalten gefüllt werden. "Wenn wir auf den Bedarf der nächsten fünf bis zehn Jahre schauen, dann ist das absolut notwendig", sagt er. Ansetzen müsse man schon bei Kindern. Dafür hat Schwister ein spezielles Konzept im Gepäck: das "naturwissenschaftliche Theater". Als Privatmensch versteht sich der gebürtige Pulheimer auf's Bücherschreiben und - die klassische Musik. Mit Schumann unter seinen Favoriten wird sich Karl Schwister in Zwickau wohl gut aufgehoben fühlen.