Crimmitschau sucht Käufer für Wohnungen

Verkaufspläne Nach Millionendefiziten will die Stadt die kommunale CWG loswerden

Der Verkauf der Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG) mit einem Bestand von knapp 2.000 Wohnungen wird derzeit vorbereitet. Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) und die Mehrzahl der Abgeordneten haben der Verfahrensweise in dieser Woche auf einer Sondersitzung des Stadtrats zugestimmt. Gegenstimmen und kritische Worte gab es nur aus der Linken-Fraktion. "Der Prozess soll innerhalb von drei bis sechs Monaten beendet sein", teilt Holm Günther mit. Für die Suche nach einem Investor greift die Stadt (noch einmal) tief in die Kasse. Dafür fließen insgesamt 148.750 Euro an eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft aus Zwickau. Sie kümmert sich unter anderem um die Erstellung einer Ausschreibung, Gespräche mit Banken und Verhandlungen mit möglichen Interessenten. Das Geld kommt aus dem Haushalt der Stadt, wo ein Betrag von 650.000 Euro als Darlehen für die CWG-Unterstützung eingeplant war.

Nachdem es im Oktober keine Mehrheit für eine Sanierungsvereinbarung gab, müssen die Mittel nun nicht an den Großvermieter weitergereicht werden. Enormer Sanierungsstau, hoher Leerstand, angekratztes Image - die Wohnungsgesellschaft plagt sich mit vielen Schwierigkeiten herum. In der Bilanz steht den Verbindlichkeiten von rund 32 Millionen Euro ein Vermögen von rund 35 Millionen Euro gegenüber. "Allein im letzten Jahr gab es einen Eigenkapitalverzehr von 3,1 Millionen Euro", sagte der Stadtchef. Eine Kehrtwende ist nicht in Sicht. Deshalb rührte Holm Günther die Werbetrommel für eine rasche Investorensuche. Ein neuer Eigentümer sei zudem in der Lage, weitaus bessere Konditionen mit den Banken auszuhandeln.