Das neue Vogtland-Jahrbuch ist da

Lesestoff Jean-Curt Röder hat sich auf die Suche nach Kuriositäten begeben und wurde 178 Mal fündig

Jean-Curt Röder ist ein Zeitenwanderer. Einer, der den anderen nicht nach dem Mund redet. Wegen seiner zahllosen Ausflüge in die Vergangenheit hat dieser Mann längst ein ganz anderes Verhältnis zur Gegenwart. Ein Ottonormalverbraucher ist dieser Mensch nicht. Der Verleger erkennt Zusammenhänge, findet verloren gegangenes Wissen wieder und er sieht auch einige Fehler, die der Gesellschaft in diesem Jahrzehnt in Wahrheit gar nicht zum ersten Mal passieren. Das alles bringt er zu Papier. "Ich bin ständig auf der Suche nach Kuriositäten", grinste der 67-Jährige in dieser Woche. 178 Kurzgeschichten, Anekdoten und Gedichte hat der Mann diesmal zusammengetragen. Das Vogtland-Jahrbuch hat der Plauener zum 30. Mal herausgegeben. Woher er so viele Storys hat? "Nun. Ich bin wie so ein Koch, der seinen Gästen stets etwas neues präsentieren möchte", kennt Jean-Curt Röder scheinbar genau den Geschmack seiner Leser. In seinem riesigen Archiv des Vogtländischen Heimatverlages Neupert am Klostermarkt schlummert Unglaubliches. So hat zum Beispiel eine Frau aus Weischlitz in der neuesten Publikation ihre werte Mutter im Bauernkleid entdecken dürfen. Das Bild hatte die 77-Jährige zuvor nie gesehen. Der BLICK wird diese Leserin nächste Woche besuchen und erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch Leserin Ingrid Größel aus Grünbach. Diese Dame steht voll und ganz hinter dem philosophischen Vorwort des Autors:"Atemlos können wir zusehen, wie unsere konsumsüchtige, vom Fortschritt besessene Welt die alten Werte und Verhaltensweisen geradezu mit Füßen tritt", schreibt diese Vogtländerin.

Im Jahrbuch von Jean-Curt Röder steht zum Beispiel: "Städte, wie auch Plauen, haben ihr Gesicht verloren. Industrie und örtliches Gewerbe sind gewaltig geschrumpft." Jean-Curt Röder kommentiert sein eigenes Vorwort so: "Wir sollten vielleicht so manchem Schlaumeier nicht auf den Leim gehen."