Der Schicksalstag

Versöhnungskirche Gespräch mit Zeitzeugen am 9. November

Der 9. November ist in vielerlei Hinsicht ein historischer Tag für Deutschland. Er erinnert an wichtige Ereignisse wie 1848 den Beginn der Niederschlagung der demokratischen Revolution und 1918 die Ausrufung der Republik oder 1923 den Hitler-Ludendorff-Putsch sowie 1938 die Pogromnacht und nicht zuletzt 1989 den Mauerfall.

An diesen soll eine Veranstaltung am kommenden Freitag ab 18.30 Uhr in der Versöhnungskirche Neuplanitz erinnern. Edmund Käpisch, Pfarrer i.R. erinnerte sich: "Zu DDR-Zeiten trafen sich in den Räumen der Versöhnungskirchgemeinde Zwickau Bürger, die sich als Basisgruppen verstanden und für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzten." Diese Leute gehörten zu den Mitinitiatoren, die dafür standen, dass die Friedliche Revolution in die Region gelang und es zur Grenzöffnung kam. Käpisch weiter: "Deshalb soll an diesem Tag nicht nur an die Pogromnacht gedacht werden, sondern es wird auch mit einer Podiumsdiskussion an dass weltgeschichtlich-positive Ereignis des Mauerfalls erinnert. Zeitzeugen werden am Freitag einmal von ihrem Freiheitswillen, dem Widerstand, den Verfolgungen, den Haftbedingungen in der DDR berichten und andermal von ihrem Werdegang nach der friedlichen Revolution. Sie stellen ihr Leben sowohl in der DDR-Diktatur als auch im Rechtsstaat zur Diskussion. Die Veranstaltung soll dazu führen, dass jeder - auch nach 23 Jahren Grenzöffnung - aufgerufen ist, sich selbst für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Verbesserung der Demokratie einzusetzen. Zu den Zeitzeugen gehört auch Andreas Lorenz. Er wollte als Oberschüler mit Gleichgesinnten die DDR verändern und sie demokratischer machen. Dafür wurde er mit fünf Jahren und sechs Monaten Haft in Brandenburg bestraft. Heute ist er Oberstaatsanwalt in Dortmund.