Der Ton macht nicht nur die Musik: Spannender Keramik-Workshop des Zwickauer Kunstvereins

Tradition Werkstatt "künstlerte" dieses Jahr ohne "Schaulustige"

Hartenstein. 

Hartenstein. Drei Tage glasieren, brennen, räuchern, schruppen und gespannt sein auf das Endergebnis - so könnte man in einem Satz das Geschehen beim traditionellen Keramik-Workshop des Zwickauer Kunstvereins beschreiben. Am Wochenende widmeten sich "Auf der Katz23" elf mehr oder weniger erfahrene Keramiker der aus Japan stammenden Keramikbrenntechnik Raku.

Keramik-Werkstatt gibt´s bereits seit 13 Jahren

Katz23 heißt das Atelier der Hartensteiner Künstlerin Ramona Markstein, die zum zweiten Mal als Gastgeberin agierte. Ins Leben gerufen wurde die Keramik-Werkstatt bereits 2007 - von der langjährigen Leiterin der Zwickauer Domhofgalerie, der Lichtensteiner Künstlerin Karla Schoppe, und ihrem Lebensgefährten, dem am 26. Mai mit 81 Jahren verstorbenen Kunstprofessor für Keramik, Ralf Busz. Elf Jahre lang agierten beide als Gastgeber des Workshops.

Künstlerischer Leiter der ersten Stunde ist der Keramiker Peter Klube, ein ehemaliger Student von Ralf Busz. Der Thüringer Keramik-Experte brachte den Gas-Brennofen mit. Das "Füllmaterial" zum Brennen steuerten die Workshop-Teilnehmer bei. Die meisten beschäftigen sich bereits seit Wochen mit dem Modellieren der Kunstwerke in reinster Handarbeit.

Raku-Brennen ist immer sehr spannend

"Und das ist die ,Handarbeit'", sagt die Diplom-Textil- und Modedesignerin Edith Friebel-Legler und zeigt auf ihr gleichnamiges witziges Kunstwerk, in dem eine Hand sich auf der Rückseite einer sonst unsichtbar befüllten Jacke streckt. "Raku-Brennen ist immer sehr spannend, weil es unvorhersehbar ist, wie der Ton die Glasur annimmt und auf das Brennen reagiert", sagt die Künstlerin.

"Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr unseren Workshop veranstalten konnten. Worauf wir dieses Mal bewusst verzichteten, war, dass wir aus bekannten Gründen keine Gäste zum Schauen einluden", sagte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schinko, der nach seiner Stippvisite auf Katz23 zwar nicht ganz so durchgeräuchert wie die Kunstwerke, aber fast wie die Teilnehmer war.