Der Wald bewegt die Menschen

Exkursion Försterin klärt über Baumfällungen auf

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Revierförsterin Janina Albrecht (links) erklärte, dass Sicherheit im Wald vor geht.. Foto: Markus Pfeifer

Lichtenstein. Das Thema Wald bewegt die Menschen. Das zeigte sich am späten Mittwochnachmittag bei einer Informationsveranstaltung im Schubertgrund in Lichtenstein. Revierförsterin Janina Albrecht, die für das Waldgebiet verantwortlich ist, und Lichtensteins Bürgermeister Thomas Nordheim informierten über die geplanten Baumfällungen in dem Waldgebiet, das teilweise einen besonderen Schutzstatus hat und bei den Bürgern für Spaziergänge im Grünen sehr beliebt ist.

Rund 50 Interessierte waren bei der Exkursion dabei und viele äußerten Unverständnis darüber, dass 15 bis 20 Prozent der Bäume gefällt werden müssten und dafür auch große Maschinen zum Einsatz kommen sollen. Die Natur könne doch selbst am besten regeln, welche Baumarten sich durchsetzen, wann Bäume absterben und wie die Verjüngung erfolgt.

Die Meinungen zu den Fällungen gehen auseinander

Für Janina Albrecht und die Stadt Lichtenstein als Eigentümer zählen aber andere Argumente, vor allem auch die Sicherheit im Wald mit seinem Wanderweg. Deshalb müssen an verschiedenen Stellen eingegriffen werden. "Das muss sich natürlich auch wirtschaftlich irgendwie rechnen", versuchte Janina Albrecht zu begründen. Wirklich etwas verdienen könne man bei einer solchen Maßnahme nicht, auch wenn mehrere Hundert Festmeter Holz aus dem Wald geholt würden.Wichtig ist der Försterin auch, dass die Artenvielfalt bei den Bäumen gefördert wird. "Die Eiche braucht extrem viel Licht", sagt sie. Derzeit würden sich eher Ahorn und Buche durchsetzen.

Die Kritik, dass das eben der natürliche Lauf sein, schränkte Janina Albrecht damit ein, dass der Wald ja durch Eingriffe des Menschen in der Vergangenheit eben nicht mehr standorttypisch sei. Mit Blick auf die Zukunft wünscht sie sich artenreiche Wälder, da sie dem Klimawandel vermutlich besser trotzen können. Sie versichte, dass die Eingriffe im nächsten Winter vorsichtig erfolgen, genau ausgewählt wird, welche Bäume gefällt werden und besondere Biotope ohnehin geschont werden.