Dicke Luft auf heimischen Baustellen

Protest Bauarbeiter aus dem Kreis Zwickau zum "Dampfablassen" in Berlin

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Anpfiff für den Bau-Protest. Foto: IG Bau

Zwickau. Bauarbeiter aus dem Landkreis Zwickau lassen in Berlin Dampf ab. Auf den heimischen Baustellen herrscht "dicke Luft", so die Bau-Gewerkschaft. Die Stimmung unter den rund 3.770 Bauarbeitern im Landkreis sei "denkbar mies": "Vom Maurer bis zum Kranführer - alle sind stinksauer.

Arbeitgeber lenken nicht ein

Die Arbeitgeber haben die Tarifverhandlungen zum Scheitern geführt. Das bringt den Bau zum Brodeln", sagte IG Bau-Bezirksvorsitzende Andreas Herrmann. Aus dem Kreis Zwickau war deshalb am Montag eine Bauarbeiter-Delegation auf den Weg in die Hauptstadt, um beim zentralen Bau-Protest "ordentlich Frust abzulassen".

Und das direkt da, wo sich die Schlichtungsrunde trifft: "Drinnen wollte Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter versuchen, die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot zu bewegen. Draußen sagte die Zwickauer Delegation laut und deutlich was sie will. Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Und den Druck lassen die Bauarbeiter in Berlin ab", so Andreas Herrmann.

Lohnforderung ähnlich zu anderen Branchen

Für den Bezirksvorsitzenden ist es ohnehin ein "starkes Stück", dass es so weit gekommen ist: "In anderen Branchen drum herum gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind."

Zudem sei die Lohnforderung der IG Bau vergleichbar mit der anderer Branchen: 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und gleicher Lohn in Ost und West. "Auch, dass ein Monatslohn als Weihnachtsgeld für alle Bauarbeiter mit in den Tarifvertrag gehört, will den Arbeitgebern partout nicht in den Kopf.", so Andreas Herrmann. Er setzt auf die Schlichtung.