"Die Debatte anständig führen"

Interview mit Tronje Hagen (Junge Union) über die Asylpolitik

Tronje Hagen (27) leitet die Junge Union im Landkreis Zwickau. "Blick" sprach mit ihm über die anhaltende Flüchtlingskrise.

Was tut sich gerade in der deutschen Asylpolitik?

Der Bundesinnenminister hat für die deutschen Grenzen Sichtkontrollen und die Schleierfahndung angeordnet.

Die Maßnahmen gelten bis Februar 2016. Darüber hinaus wurde eine umfassende Reform des Asylrechts beschlossen. Sie muss nun konsequent umgesetzt werden.

Welche konkreten Maßnahmen wären nötig?

Der Staat muss dafür sorgen, dass abgelehnte Asylbewerber in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Wenn das nicht passiert, schwindet nicht nur die Unterstützungsbereitschaft für anerkannte Flüchtlinge. Es werden auch dringend benötigte Ressourcen für deren Versorgung und Unterbringung gebunden.

Und auf europäischer Ebene?

Die Einreise nach Europa muss geordnet vonstatten gehen. Dazu zählt, dass man illegale Einwanderer frühzeitig stoppt, aber auch das Schleuserwesen mit seinen gefährlichen Routen eindämmt.

Hierzu könnte die EU-Grenzschutzagentur Frontex stärker zu einer Gemeinschaftsbehörde mit mehr Rechten, mehr Personal und Technik ausgebaut werden.

Wird hierzulande offen genug über die Krise diskutiert?

Ich sehe schon, dass eine Grundsatzdebatte geführt wird. Auch im Landkreis Zwickau fanden schon zahlreiche Veranstaltungen statt. Eine Info-Veranstaltung steht am 28. November im alten Gasometer an. Die Debatte ist da.

Sie muss aber auch anständig geführt werden.