Die Kombination soll's bringen

Arbeitsmarkt ESF-Projekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen

Bei allen Erfolgen auf dem deutschen Arbeitsmarkt müssen wir erkennen: langzeitarbeitslose Menschen, die bislang weit vom Arbeitsmarkt entfernt waren, konnten in der Vergangenheit vom Beschäftigungsaufbau nicht sonderlich profitieren - bringt es Mathilde Schulze-Middig auf den Punkt. Umso mehr freut sich Zwickaus Jobcenter-Chefin über die Teilnahme ihres Teams am ESF-Bundesprogramm zur "Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem SGB II auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt". Mit diesem sollen in den kommenden zwei Jahren 40 Frauen und Männer aus dem Agenturbezirk ohne Berufsabschluss in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Im Jobcenter Zwickau startete das Projekt am 1. Mai.

Während der Projektdauer sollen die 40 Langzeitarbeitslosen mit einem regelmäßigen, von einem Bildungsträger geführten individuellen Coaching, mit beruflichen Qualifikationen und Qualifizierungen zur Verbesserung ihrer Grundkompetenzen auf den Weg in dauerhafte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht werden. "Durch die Kombination von umfassender Beratung, finanzieller Förderung, individuellem Coaching der Teilnehmer sowie einer Nachbetreuung steht ein vielversprechendes Instrument zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung", erläuterte Schulze-Middig den Projektgedanken.

Das Projekt wird bundesweit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt und mit 885 Millionen Euro gefördert, unter anderem für Mobilitätshilfen wie Führerschein und Fahrtkosten für die ersten Monate der Arbeitsaufnahme. "Viele langzeitarbeitslose Menschen entwickeln eine hohe Motivation, wenn sie die Chance erhalten, wieder ins Berufsleben einzusteigen", weiß Jobcenter-Mitarbeiterin Anja Mehlhorn, die als Betriebsakquisiteurin im Projekt arbeitet. Hier setzt das neue ESF-Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit an, um Arbeitgeber für diesen Personenkreis aufzuschließen und eine Brücke zwischen Firmen sowie Langzeitarbeitslosen zu bauen.

"Nun suchen wir Betriebe, die langzeitarbeitslosen Menschen eine Chance geben und sie in ihr Team holen. Unsere Betriebsakquisiteurin berät interessierte Arbeitgeber dazu über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten" so Mathilde Schulze-Middigs Appell an die Arbeitgeber im Agenturbezirk. msz/mis