Die Rückkehr des Eletrobusses

Fortschritt WHZ-Wissenschaftler tüfteln an einer neuen O-Bus-Technik

Auf dem Gelände des Campus Scheffelberg wurde extra eine Teststrecke angelegt. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Oberleitungsbusse gehörten über vier Jahrzehnte hinweg zum Zwickauer Stadtbild. Nach ersten Versuchen in den 1920er-Jahren wurde 1938 offiziell der O-Bus-Betrieb aufgenommen. Bedient wurden die Zwickauer Innenstadt, der Stadtteil Weißenborn sowie die Nachbargemeinden Lichtentanne und Stenn. Im Sommer 1977 endete die Ära der Zwickauer Oberleitungsbusse.

Gibt es bald wieder O-Busse in Zwickau?

Jetzt sorgt ein bemerkenswertes Forschungsvorhaben der Westsächsischen Hochschule Zwickau dafür, dass dieses umweltfreundliche Transportmittel möglicherweise eine Renaissance erlebt. Schon lange bevor die Diesel-Diskussion in der Öffentlichkeit richtig aufflammte, haben die Forscher die Zeichen der Zeit erkannt und damit begonnen, an einer neuen Technologie zu arbeiten. Mit ihr soll es Batterie-Oberleitungsbussen ermöglichen, die Stromabnehmer-Stangen sowohl automatisch von der Oberleitung abzusenken, als auch automatisch wieder anzulegen. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler auf zwei Varianten. Eine, bei der die Stromabnehmerstangen ausschließlich im Stand angelegt werden.

Sie hat den Vorteil, dass das Ganze auf schon bestehende Oberleitungsnetze angewendet werden kann. Die zweite Variante, die sich noch in der Entwicklung befindet, sieht vor, das "Andrahten" auch während der Fahrt zu ermöglichen. Allerdings sind dazu andere Oberleitungen erforderlich. Somit kommt dieses System nur für Neubaustrecken in Betracht. Hinter der Sache verbirgt sich jede Menge ausgefeiltes Know-How.

Schließlich soll das System selbstständig erkennen, wo die Leitungen verlaufen und die Stromabnehmer an die Leitungen heranführen. Für die Praxiserprobung wurde auf dem Scheffelberg-Campus der Hochschule extra eine 130 Meter lange Teststrecke für Oberleitungsbusse errichtet.