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Die Tage des alten Limbacher Bahnhofs sind gezählt

Abriss Ein trauriger Anblick

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Der Anblick ist so grau und traurig wie das aktuelle Winterwetter: Seit etwa einer Woche wird der alte Limbacher Bahnhof abgerissen. Nachdem bereits im Juli 2015 ein Teilabriss erfolgt war, verfiel das einst so prächtige Gebäude über die Jahre immer mehr. Vandalen hausten in und um die beiden markanten Türme, dazu wurde immer häufiger illegal Müll abgelagert. Der Beschluss zum vollständigen Rückbau wurde Mitte Oktober in der öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses gefasst. Den Zuschlag für die Abrissarbeiten bekam die Zwickauer Firma NK Abbruch und Sanierung. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 75.000 Euro. "Mit der Beseitigung der Brache wird ein langjähriger städtebaulicher Missstand beseitigt", heißt es aus der Stadtverwaltung. "Durch die Renaturierung der Fläche und der Entwicklung zur dauerhaften Grünfläche mit Schmetterlingswiese wird der innerstädtische Grünanteil weiter erhöht. Die Maßnahme trägt wesentlich zur Verbesserung der Umweltsituation und Attraktivitätssteigerung des Quartiers bei." Mit der Revitalisierung der Fläche soll gleichzeitig eine Maßnahme des beschlossenen Brachflächenkonzeptes der Stadt umgesetzt werden. Die erzielten CO2-Einsparungen helfen, die Entwicklungsziele des beschlossenen Energie- und Klimaschutzkonzeptes zu erfüllen.

Im Gespräch mit Stadtrat Marvin Müller

Einer von vielen, die den Abriss mit Wehmut beobachten, ist Marvin Müller. Das Stadtratsmitglied hatte bis zuletzt um den Erhalt des Bahnhofes gekämpft: "Es war mir noch im Frühherbst gelungen, zwei potentielle Interessenten zu gewinnen", blickt er zurück. "Allerdings haben sich diese aufgrund des schlechten baulichen Zustands nicht weiter engagiert." Müller hatte es 2019 im Wahlprogramm stehen, den Bahnhof zu retten: "Auch wenn es mir am Ende nicht gelungen ist: Ich würde alles wieder so machen", bekennt er. Aktuell ist er dabei, Teile des Gebäudes für die Nachwelt zu retten. So hat er eine Überdachung vom Anfang der 1870-iger Jahre gesichert, dazu hölzerne, verzierte Stoßecken. Am Giebel befanden sich dreieckige Sandsteine, von denen er drei geborgen hat. All dies geschieht mit offizieller Erlaubnis der Stadt und ist ihm eine Herzenssache. Die hölzerne Überdachung über den Gleisen soll vorerst stehen bleiben. Sie unterliegt dem Denkmalschutz und gehört der Deutschen Bahn. "Aber wenn daran nichts gemacht wird, werden wir auch diesen Überrest des einst so prächtigen Bahnhofs in typisch sächsischer Bauweise, wie es ihn in der Region kaum noch gibt, verlieren", warnt das CDU-Mitglied.

Von Stadtseite aus gibt es Überlegungen, wie man den Bahnhof optisch in Erinnerung halten kann: Es soll eine Sichtschutzwand errichtet werden, auf der eine historische Darstellung den Glanz alter Zeiten weiterleben lässt. Das Motiv soll aufgesprüht werden.

 



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