Die Zukunft des Johannisplatzes ist umstritten

Diskussion Beteiligte fordern alle Argumente in Ruhe abzuwägen

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Jürgen Zöllner, Kerstin Brandt, Johannes Pöhlandt, Jesko Vogel, Carmen Eckebrecht und Heike Barthel-Stoll (von links) bei der Diskussion. Foto: Annett Büchner

Limbach-Oberfrohna. Es ist seit Wochen ein umstrittenes Thema in der Stadt: Soll der zentrale Johannisplatz verkehrstechnisch bleiben, wie er ist, oder kommt man um eine weitere Verkehrsberuhigung nicht herum? Am Mittwochabend diskutierten im Saal der "Parkschänke" die Stadträte Jürgen Zöllner (CDU) und Kerstin Brandt (Linke), Moderator Johannes Pöhlandt, Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) sowie Carmen Eckebrecht und Heike Barthel-Stoll vom Handels- und Gewerbeverein über diese Frage. Dabei wurde auch den knapp 100 Gästen im Saal schnell klar: Eine einfache Antwort wird es nicht geben.

Jesko Vogel bat beide Seiten, offen für Gespräche zu bleiben, damit sich die Fronten nicht weiter verhärten. "Das Leben ist Veränderung", argumentierte der OB. "Aber wir wollen eine Lösung finden, mit der die große Mehrheit gut leben kann." Bei einer neutralen Verkehrszählung über zwei Wochentage hatte sich ergeben, dass rund 2.600 Fahrzeuge den Platz innerhalb von zwölf Stunden nur überqueren, um schneller an ihr Ziel zu gelangen.

Platz soll menschenfreundlicher werden

Zum Vergleich gab es im genannten Zeitraum 410 Parkvorgänge, dazu wurden 1130 Fußgänger erfasst. Nicht erst diese Zahlen haben die Stadträte dazu bewogen, künftig die Zufahrt anders regeln zu wollen. Was nur wenige beachten: Man darf dort bereits jetzt nicht mehr als sieben km/h fahren. Deshalb gibt es inzwischen mehr als zehn angedachte Varianten, wie man den Platz "menschenfreundlicher" gestalten kann.

Viele Händler und Gewerbetreibende fürchten allerdings, dass dadurch künftig Kunden wegbleiben, da sie zu weite Wege in Kauf nehmen müssten oder die Geschäfte nur mit größerem Aufwand anfahren können. Zudem sind die Ansichten geteilt, wie viele Einwohner sich den ruhigen Platz, eventuell mit mehr Bänken oder Springbrunnen, tatsächlich wünschen. Auch die Redebeiträge des Publikums zeigten diesbezüglich große Unterschiede auf.