Dieser Schüler stellt seine erste eigene Chronik vor

Forschung Die Geschichte der Firma Carl Götze

Manfred Börngen und Andreas Voigt (v.l.) sind über das Engagement Marvin Müllers begeistert. Foto: A.Büchner

Limbach-Oberfrohna. Als Carl Götze im Jahre 1880 damit begann, in Oberfrohna Stoffhandschuhe zu produzieren, ahnte er gewiss nicht, dass sein Lebenswerk knapp 140 Jahre später einen Berufsschüler über Monate beschäftigen würde. Marvin Müller, bekannt für sein Interesse rund um die Oberfrohnaer Historie, fotografierte im Herbst 2016 die maroden Überreste des einst so erfolgreichen Werkes auf der Karlstraße und wurde dabei von Götzes Nachkommen angesprochen. Daraus ergaben sich so viele Zusammenkünfte, dass nun eine Chronik zur Firma Carl Götze erhältlich ist. Reich bebildert und sensibel beschrieben schildert sie die wechselvollen Jahrzehnte der Firmengeschichte.

Von der Blüte bis zum Ersten Weltkrieg, von den Schwierigkeiten des mehrfach "bei Null" anfangen Müssens - hier findet sich stellvertretend für viele frühere Betriebe der Stadt ein beachtlicher Rückblick. "In Dankbarkeit vor der umfangreichen, arbeitsintensiven und akribischen Kleinarbeit nehmen wir die Chronik zur Kenntnis", so Andreas Voigt, Urenkel von Carl Götze, und sein Schwager Manfred Börngen. Die beiden Männer, die noch heute auf dem früheren Firmengelände wohnen, brachten sich mit Dokumenten, Fotos und überwiegend mündlich überlieferten Lebensberichten ein. Marvin Müller sprach mit Zeitzeugen, die bei Götzes gearbeitet haben, recherchierte im Limbacher und Chemnitzer Archiv.

Die Zeit, die er dafür investierte, kann er kaum beziffern. "Durch meinen Großvater bekam ich erstes Interesse für die Historie unseres Ortsteiles, was durch meinen viel zu früh verstorbenen Förderer Wolfgang Ziemert verstärkt wurde", erklärt der 17-Jährige. "Als ich dann noch für die Schule im Archiv recherchieren musste, hatte es mich endgültig gepackt." Obwohl ihn schon neue Projekte umtreiben, soll nun erstmal der Weg zum Abitur im Mittelpunkt stehen. Die Chronik ist am 29. und 30. Dezember zwischen 13 und 17 Uhr im Esche-Museum erhältlich. Wer zu Marvin Kontakt aufnehmen möchte: Er ist auch Mitglied im Förderverein des Museums und über dieses zu erreichen.