Drogen und Verzweiflung - "Big Deal?" geht unter die Haut

Jugendstück Zum zweiten Mal im Malsaal zu sehen

drogen-und-verzweiflung-big-deal-geht-unter-die-haut
Drogenberaterin Alex (Anja Schreiber) versucht die Wogen zwischen Vater (Micheal Schramm) und Sohn zu glätten (Marcel Kauser). Foto: Peter Awtukowitsch

Zwickau. Das Jugendstück "Big Deal?" von David S. Craig sorgte bei seiner Premiere im Zwickauer Malsaal für intensiv-aufwühlende Momente. Was tut der Vater eines 16-Jährigen, der seit Jahren beobachtet, wie sein einziges Kind - "dieses unglaublich helle Köpfchen" - sich verändert und zu etwas anderem wird?

Was unternimmt man, wenn man glaubt, das Kind an die Drogen zu verlieren? Jeff Dolin (Michael Schramm) ruft die Polizei, die die Party seines Sohnes Trent (Marcel Kaiser) stürmt, Marihuanapäckchen beschlagnahmt und den Sprössling in Handschellen abführt. Michael Schramm, der in der Inszenierung des Theaters Plauen-Zwickau den Vater spielt, lässt seinen Protagonisten Jeff Dolin in 85 Spielminuten eine tiefe Metamorphose vollziehen. Bei der öffnet sich die scheinbar undurchdringliche Schale des Macht-Menschen ein Stück, und zum Vorschein kommt ein ganz weicher Kern - mit all seinen Ängsten und seiner ganzen Ohnmacht.

Marcel Kaiser zeigt als Trent sehr beeindruckend die ganze Gefühlswelt seines Helden - Bestätigung suchend, sich unverstanden fühlend, voller Angst. Regisseurin Alexandra Wilke bringt die Zuschauer mit ihrer Inszenierung zum Nachdenken über das eigene Verhalten, bisweilen auch zum Lachen.

Den Song "Am Tag, als Conny Kramer starb" von Juliane Werding setzt sie so beeindruckend ins Szene, dass er direkt unter die Haut geht. Thomas Weinhold liefert eine feinsinnig abgestimmte Ausstattung. Auch beim überwiegend jungen Publikum der Premiere am Donnerstag fiel das Stück auf fruchtbaren Boden. Entsprechend reichlich gab es Applaus. Nächste Aufführungen von "Big Deal?" finden am Mittwoch, am 24. April sowie am 2. und 24. Mai statt.