Ehrlicher Finder will keinen Lohn

Fund Asylbewerber beschert einer deutschen Familie ihr persönliches Weihnachtswunder

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Ramona Meyer mit ihrer Tasche vor dem Polizeirevier am Alten Steinweg. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Die ehemalige Zwickauerin Ramona Meyer erlebte beim jüngsten Familien-Weihnachtsbesuch ihrer Heimatstadt ein kleines persönliches Weihnachtswunder. Ihr "Weihnachtswunder" heißt Samir und ist ein Asylbewerber. "Ich weiß nicht, aus welchem Land er kommt und eigentlich auch nicht, wie er aussieht, ich weiß aber, dass er ein sehr ehrlicher Mensch ist", sagt sie und fügt erklärend hinzu: "Wie kann man es sonst erklären, dass gerade ein Asylbewerber meine liegengebliebene Handtasche samt allem was drin war, unter anderem 200 Euro, umgehend zur Polizei gebracht hat und nicht einmal Finderlohn haben wollte? Für mich ist er mein Weihnachtswunder." Seine Telefonnummer hat sie von der Zwickauer Polizeiwache am Alten Steinweg bekommen. "Er hat gesagt, er möchte nichts haben und sich auch nicht mit uns treffen. Es ist ihm wohl peinlich, dass ich seine Tat als etwas Besonderes und ihn als einen Helden ansehe", sagt die 36-Jährige, die mit Mann und Kindern Sandro und Laura in der nördlichsten Ortschaft des Landkreises Augsburg lebt.

Die Kinder Sandro und Laura wollten in Zwickau Straßenbahn fahren. Den Wunsch haben ihnen die Eltern erfüllt. An der Haltestelle am "Globus" wurde ein Stopp eingelegt. Dort blieb die Handtasche versehentlich liegen. Den Verlust bemerkten sie aber erst später. "Ich habe bei der Polizei alles zurückbekommen und unser Sandro hat noch dazu noch den Polizeihund Schnuffi geschenkt bekommen." Der fast Fünfjährige ist seitdem unzertrennlich mit seinem neuen Plüschtier.