• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Corona-News

Ein deutliches "Ja zum Meisterbrief"

Ausbildung Protestaktion vor der Chemnitzer Stadthalle

Insgesamt 286 junge Handwerker aus 20 Gewerken erhielten am Samstag in der Stadthalle Chemnitz ihre Meisterbriefe.

Die Jungmeister kamen nicht nur aus dem Kammerbezirk Chemnitz, sondern aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz.

Wie schon in den Vorjahren stellten die Kraftfahrzeugtechniker mit 78 Absolventen die stärkste Gruppe. 51 Frauen kamen zu Meisterehren. Der jüngste Meister war zur Prüfung 20 Jahre, der älteste 48 Jahre alt.

Festredner Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D., gratulierte den jungen Meistern und warnte vor einer grassierenden Akademisierung, die auch in Deutschland zunehme und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes eher schade.

Er plädierte zugleich für den Erhalt des dualen Ausbildungssystems und des Meisterbriefes. Diese mittelständische Ausbildung nannte er das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Der im Jahr 2004 eingeleitete Wegfall der Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen sei ein Fehler gewesen. Mit einem deutlichen Appell zum Erhalt des Meisterbriefes wandte sich auch Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, an die Verantwortlichen der EU. Gemeinsam mit den Jungmeistern schickte er in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion vor der Stadthalle unzählige Unterschriftskarten "Ja zum Meisterbrief" auf den Weg nach Brüssel.

Gleichzeitig nahm der Präsident zur aktuellen Flüchtlingspolitik Stellung: Er sehe in den Flüchtlingen keine Bedrohung, sondern es sei ein Gebot der Menschlichkeit, ihnen eine Zukunft zu bieten.

Das Handwerk suche händeringend Fachkräfte, deshalb gehöre zur Willkommenskultur auch eine Ausbildungsinitiative.

Sie schließe einen intensiven Deutschunterricht, eine Verkürzung der Asylverfahren und ein sicheres Aufenthaltsrecht für einen bestimmten Zeitraum ein. Das Publikum stimmte ihm mit spontanem Applaus zu.



Prospekte