Ein Hahn im Wohnort

Vogelgrippe Bis auf weiteres sind Hühner und Co. einzusperren

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Günter Gange mit seinem Barnevelder Hahn. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. "Der Hahn war zuerst da", lacht Günter Gange, Geflügelzüchter seit 1961 und nimmt damit Bezug auf seine Nachbarschaft. Diese ist nach Culitzsch gezogen und wusste vor dem Einzug, dass dort Geflügel gezüchtet wird. Das schreckt deutschlandweit jedoch nur wenig streitsüchtige Menschen davon ab, gegen Geflügelzüchter zu klagen, weil sie sich von den Tieren belästigt fühlen. Hühner machen nämlich nicht nur viel Arbeit und Dreck und lassen keinen grünen Halm mehr im Boden, ihre männlichen Artgenossen sind vor allem laut, und das nicht nur am frühen Morgen zum Weckruf. "So ein Hahn schreit mehrfach am Tag", gesteht Gange. Beschwerden gab es bisher keine. Für die Haltung von glücklichen Hühnern hat der deutsche Gesetzgeber tatsächlich Vorschriften erlassen. Es reicht nicht, ein "Hühnerparadies" zu schaffen. Und einem Hahn das Krähen zu verbieten, dürfte ebenfalls schwierig sein. Wie also löst man ein solches nachbarschaftliches Problem: Der Züchter baut einen schalldicht isolierten Stall und diesen hat man laut einiger deutscher Gerichtsurteile zwischen 19 Uhr abends und 8 Uhr morgens auch zu nutzen. Per Gerichtsurteil gibt es sogar Mittagspausen an den Wochenenden oder ganze Verbote, Hähne zu halten. Nächstes Problem ist die Vogelgrippe nach dem Auftreten toter Tiere in Dresden und Leipzig. Per Bescheid des Landesveterinäramtes Sachsen müssen die Tiere nun 24 Stunden im Stall bleiben. Die Geflügel- und Kleintierausstellung am Wochenende in Culitzsch hatte trotzdem stattfinden können, da der Amtstierarzt seine Genehmigung erteilt hatte. "Meine Hühner legen momentan kaum noch Eier", so Gange. Ihnen fehle der Auslauf und unglückliche Hühner legen nun einmal weniger Eier. Die Züchter hoffen daher auf baldige Entwarnung.