Ein Koch mit "eigener" Automarke

Interview TV-Koch Johann Lafer spricht über Schulessen und Fußball

Zwickau. 

Ein prominenter Mensch wird nicht nur an seinen Leistungen in seinem jeweiligen Fachgebiet beurteilt. Vielmehr zählt dessen Meinung zu allgemein bewegenden Fragen oder auch sein soziales Engagement. Für den in der Steiermark geborenen TV- und Sternekoch Johann Lafer trifft wohl beides zu. BLICK sprach mit ihm während der kürzlich absolvierten Sachsen-Classic.

Warum wurde der Sohn einer Landwirtsfamilie Koch?

Über Jahre erlebte ich das Säen und Ernten und entwickelte die Liebe zu den Naturprodukten und wie diese lecker verarbeitet werden können. Also wurde ich Koch.

Welchen Stellenwert haben die errungenen Sterne?

Sie sind Belobigung für Erbrachtes, nicht das Ziel.

Was bereitet mehr Freude - backen oder kochen?

Die Mehlspeise ist bei uns die Visitenkarte jeder Wirtin. Da kann Kreativität viel besser ausgelebt werden.

Welche Tipp gibt´s für Schulen, trotz Großversorger für eine gesunde und nachhaltige Schulverpflegung zu sorgen?

Zunächst muss klar gestellt werden, die Essen-Grundversorgung war in der DDR wesentlich besser, als sie in der BRD war oder ist. Es sollte sich zu Herzen genommen werden, dass Essen glücklich macht, alles gegessen wird, was schmackhaft und mit Liebe zubereitet wird. Und letztendlich sollte sich die Politik überlegen, wie mit vier Euro brutto ein ordentliches Essen hergestellt werden kann! Sparen an der falschen Stelle - typisch deutsch!

In Zwickau haben Sie wo und mit welchem Urteil gegessen?

In einem ersten Haus am Platz war´s zum "nicht wieder Hingehen" berichtete mir mein Team. Ich selbst war beim Italiener Guiseppe, der seine Sache ordentlich gemacht hat.

Ein anderes Lafer-Motto lautet "Ein Leben für den guten Geschmack" - inwieweit trifft das auch auf Autos zu?

Privat fahre ich einen Jaguar XJ2. Dann besitze ich auch einen MP Lafer, ein von 1974 bis 1988 in Brasilien gebautes Auto. Witzig ist, dass diese Marke - ohne dass der eine vom anderen wusste - genau den gleichen Namenszug hat.

Für die "Silvretta Classic" haben Sie die Fußball-WM sausen lassen. Für welchen Verein schlägt das heimliche Fußball-Herz?

Ich kenne viele Vereine und auch Spieler sehr gut. Aber der 1. FC Kaiserslautern ist schon etwas ganz Besonderes. Ganz ungesehen von der Person ist in der Pfalz am Wochenende Fußball die Nummer eins im Leben. msz