Ein Nachlass aus Zinn

Kultur Gisela Meierkord stiftete Sammlung historischer Kannen, Teller und Leuchter

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Für Museumsmitarbeiterin Petra Zieger ist die Zinnsammlung von Gisela Meierkord ein kleiner Schatz. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Zeit ihres Lebens bewies die im Sommer vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren verstorbene Gisela Meierkord ein Herz für ihre Geburtsstadt. So verdankt Zwickau ihr nicht nur die Postmeilensäule, sondern auch den Brunnen auf dem Kornmarkt und das Neuberin-Denkmal am Gewandhaus. Und mit ihrer wohltätigen Art wollte sie offensichtlich selbst über den Tod hinaus noch wirken.

Testament: Wertvolle Sammlung geht an Stadt

In ihrem Testament hat sie verfügt, dass die Stadt Zwickau ihre wertvolle Sammlung von Zinngegenständen als Geschenk erhalten sollte. Es handelt sich dabei um 35 Kannen, Teller und Leuchter. Viele der Teile sind einzigartig und wurden mit viel Aufwand gefertigt. Prunkstück der Sammlung ist mit Sicherheit eine Hochzeitskanne aus dem Jahre 1819. Sie besticht nicht nur durch die auf ihr zu sehenden Abbildungen, sondern auch durch einen imposanten Ausgießer.

Ebenso interessant sind zwei Teller, die durch ihren regionalen Bezug hervorstechen. Auf ihnen wurden Szenen des Altenburger Prinzenraubes verewigt. Bei dem ältesten Stück der Sammlung handelt es sich um einen großen Zinnteller von 1788. Auf ihm ist das Wappen der Herzöge von Sachsen-Coburg-Gotha dargestellt.

Zinnsammlung soll in Sonderausstellungen präsentiert werden

Die der Stadt Zwickau von Gisela Meierkord hinterlassene Zinnsammlung wird nicht in irgendeiner Museumsecke verstauben. Vielmehr sollen die Stücke im Rahmen von Sonderausstellungen in den Priesterhäusern gezeigt werden. "Zunächst aber inventarisieren wir alle Gegenstände. Aufgebrachte Zinnmarken ermöglichen es uns dabei festzustellen, wann und in welcher Zinngießerei die jeweiligen Stücke hergestellt wurden", erklärt Petra Zieger, Mitarbeiterin der Kunstsammlungen. Für sie sind die 35 historischen Zinngegenstände ein kleiner Schatz, in dessen Genuss ein Museum nicht jeden Tag kommt.