Ein neues Zuhause für Timour

Zoo Großkatze zieht von Dortmund nach Limbach-Oberfrohna

Amurleopard Timour. Foto: A.Büchner

Limbach-Oberfrohna. Einige Wochen stand das Gehege der Großkatzen im Limbach-Oberfrohnaer Tierpark leer. China-Leopard Kim hatte bereits in jungen Jahren an Nierenproblemen gelitten und war diesen im Alter von 16 Jahren im letzten Herbst erlegen. Auch seine Partnerin Kiara starb im Sommer 2017 an akutem Nierenversagen, eine Obduktion hatte zudem Gebärmutterkrebs ergeben. Da die Einrichtung sich immer mehr zum Amerika-Park entwickeln soll, war zunächst angedacht, die verwaiste Anlage langfristig umzubauen und dann Pumas zu halten.

Ein temperamentvolles Männchen

Seit Freitag aber gibt es für die Besucher wieder eine Großkatze zu bewundern. "Wir wollten dem Zoo Dortmund, der uns mit den Pinguinen ausgeholfen hat, entgegenkommen und haben von ihnen Amur-Leopard Timour übernommen", gab Uwe Dempewolf bekannt. Timour hatte sich durch sein stürmisches, temperamentvolles Verhalten nicht länger mit seiner bisherigen Partnerin halten lassen und soll nun voraussichtlich als Einzelgänger, wie Leoparden auch in der freien Natur leben, seine zweite Lebenshälfte in der Großen Kreisstadt verbringen.

In der freien Natur kaum noch 50 Amur-Leoparden

"Er ist zehn Jahre alt und topfit", so der Tierpark-Chef weiter. Timour war trotz der langen Fahrt voller Elan in sein neues Gehege geprescht. Als sich die Klappe zum Außenbereich öffnete, schaute er sich zunächst alles ganz genau an. "Tagsüber soll er im Freien bleiben, damit er nachts auch freiwillig in den Innenbereich geht", erklärte Dempewolf. "Durch die Begrünung hat er genug Möglichkeiten, sich auch da zurückzuziehen."

Nach dem ersten Trubel um seine Ankunft zog Timour auch genau das vor und ruhte zwischen den Zweigen oder hinter der Eingangstür. Laut dem Tierparkteam sind Amur-Leoparden für den Laien kaum von den bisherigen chinesischen zu unterscheiden: "Die Größe ist nahezu identisch, ein männliches Tier kann bis zu 60 Kilo wiegen", erläuterte Mike Richter. "Unterschiede gibt es bei der Fellfarbe und den Punkten."

Der stellvertretende Tierparkleiter gab zudem bekannt, dass in freier Natur vermutlich kaum noch 50 Amur-Leoparden zu finden sind. "Durch die Abholzung in Sibirien treibt man die dortigen Tiger in das Amur-Gebiet und diese verdrängen wiederum den ansässigen Leopard."

Anlage war kürzlich noch mit China-Leoparden besetzt

In Limbach-Oberfrohna wird es ihm auf jeden Fall gut gehen: Rindfleisch, Suppenhühner oder auch Meerschweinchen kommen auf den Speiseplan. Mittwoch und Sonntag werden "Fastentage", da Großkatzen in freier Wildbahn auch nicht täglich auf der Jagd erfolgreich sind.

Obwohl die kürzlich noch mit China-Leoparden besetzte Anlage heute nicht mehr unseren Ansprüchen für eine moderne Haltung genügt, sind wir den Kollegen des Zoo Dortmund und damit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) entgegen gekommen, ihr überzähliges Männchen bei uns aufzunehmen", informierte Klaus Eulenberger. "Die Mindestanforderungen für seine Haltung sind mit der Anlage erfüllt." Laut dem Vorsitzenden des Fördervereins findet Timour Naturboden, Versteckmöglichkeiten, mehrere erhöhte Liegeflächen und Kratzbäume vor.