Ein Werkzeug des Neandertalers

Ausstellung Zwickauer Faustkeil etwa 60.000 Jahre alt

Zwickau. Objekt des Monats November im Zwickauer Museum Priesterhäuser ist "Der Faustkeil". Die entsprechende Ausstellung ist ab 8. November zu sehen. 17 Uhr gibt es dazu eine öffentliche Führung durch die historischen Räumlichkeiten mit Vorstellung des Faustkeils. Daniel Jakob vom Museum erklärte zur Bedeutung des Exponates: "Archäologische Funde zeugen vom Leben unserer Vorfahren. Der Faustkeil der Altsteinzeit gehörte zu den ersten Produkten menschlicher Arbeit. Er war Werkzeug und Waffe zugleich. Gefunden wurde das Gerät im Jahre 1916 auf dem Gelände der damaligen Wolfschen Dampfziegelei, etwa 200 Meter südlich der Reichenbacher Straße im Bereich der Flurstraße. Er gelangte jedoch erst acht Jahre später in den Besitz des König Albert Museums der Stadt Zwickau. Das Fundstück gehört in die Periode der mittleren Altsteinzeit. Daniel Jakob meinte zum Alter des Exponates: "Nach neuesten Erkenntnissen wird die Entstehungszeit des Zwickauer Faustkeils vor etwa 60.000 Jahren datiert. Es ist das bisher älteste Fundstück in unserem Raum." Zweifelsfrei wird die Herstellung dieses Werkzeuges dem so genannten "Neandertaler" zugeschrieben. Der Jetztmensch Homo sapiens wanderte erst vor 40.000 bis 35.000 Jahren nach Europa ein. Neben der Präsentation des Objekts des Monats bietet die Führung beim Rundgang durch die historischen Priesterhäuser mit ihren Rußküchen, Kammern und Stuben auch vielseitige Einblicke in den Lebensalltag im mittelalterlichen Zwickau. msz