Eine ganze Stadt packte mit an

Integration Wohnprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Hartmannsdorf - Über eine halbe Million Euro hat die Einrichtung gekostet

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Kerstin Nicolaus (CDU) übergibt den Schlüssel an Pierre Söldner, Die Johanniter.Foto: Nicole Schwalbe

Hartmannsdorf . Insgesamt hat die 1.800 Einwohner starke Gemeinde ein Wohnprojekt auf die Beine gestellt, das 540.000 Euro gekostet hat. Hierzu wurden für zwei Wohnungen das ehemalige Archiv der Stadt ausgeräumt und hergerichtet und für vier weitere betreute Wohnungen eine ehemalige Gastronomie-Baracke ausgebaut.

Diese beiden Wohneinrichtungen namens "Hafen" und "Anker" sind das zukünftige Zuhause für 12 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die überwiegend aus afrikanischen Ländern gekommen sind. "Einen Hafen zu finden, um anzukommen und einen Anker zu finden, um gefestigt zu sein, war Anlass für die Namensgebung", eröffnet Pierre Söllner, Die Johanniter, die Schlüsselübergabe.

2015 sollte jede Gemeinde Flüchtlinge aufnehmen, dazu gehörte auch Hartmannsdorf. Gemeinderat, Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU), Kirche und Helferkreis haben gemeinsam angepackt, um die zwei Lokalitäten herzurichten, die den gesetzlichen Anforderungen für Jugendliche nach dem Sozialgesetzbuch entsprechen müssen.

"Das ist natürlich ein Abenteuer für so eine kleine Gemeinde. Aber jeder kennt mich. Ich bin immer für Überraschungen gut", so Nicolaus. Das Projekt auf die Beine zu stellen, sei allerdings eine schwere Geburt gewesen, denn schon die Planungen, Anträge und der Ablauf waren zeit- und kostenintensiv. Die Leiterin Kathleen Glaap hat bereits bei den Vorbereitungen tatkräftig mit angepackt und beim Aufbau von 70 Möbeln geholfen.