Eine künstliche Haarpracht für Patienten

Lebensqualität Friseurmeisterin hilft an Krebs erkrankten Mitmenschen

Zwickau. 

Zwickau. Die Zwickauer Friseurmeisterin Christine Hunger wagte am 1. Februar 1983 den Schritt in die Selbstständigkeit. Einst machte sie als jüngste Friseurmeisterin von sich Reden. "Die dafür notwendige Sondergenehmigung wurde erteilt, weil ich zu dieser Zeit selbst krank war, die Aufrechterhaltung des Betriebes aber einen Meisterabschluss voraussetzte", berichtete Christine Hunger.

Sie gibt Patienten Lebensqualität zurück

Als zusätzliches Standbein baute sich die rührige Unternehmerin bereits 1991 ein Perückenstudio auf. Sie versorgte damit auf Wunsch nicht nur ihre Kunden im Laden mit einer zweiten Haarpracht, sondern fertigte auch Perücken für Chemotherapiepatienten an. Inzwischen hat sich die 68-Jährige zwar aus dem Ladengeschäft zurückgezogen, widmet sich aber nach wie vor aufopferungsvoll und mit viel Hingabe Krebspatienten.

Ihre Art der Betreuung ist für die Betroffenen oftmals von besonderer Bedeutung. Denn die Tatsache, infolge der Chemotherapie die Haare zu verlieren, stellt für die meisten Patienten einen gravierenden Einschnitt in ihr Leben dar. Christine Hunger hat über die Jahre hinweg ein sicheres Gespür dafür entwickelt, wie sie den Kranken auf ihre Weise helfen kann, ein Stück Selbstbewusstsein und Lebensqualität zurück zu erlangen. Ist der Augenblick heran, da die Haare ausfallen oder durch eine Radikalrasur entfernt werden, liegt die entsprechende Perücke bereit.

"Ich spüre immer wieder, wie sehr mir die Leute in dieser für sie extrem schlimmen Lebenssituation vertrauen. Das ist für mich persönlich eine große Verantwortung, die ich aber gerne auf mich nehme", betonte sie. Christine Hunger weiß, wovon sie spricht, denn auch Freunde und Angehörige mit Krebsleiden musste sie in der Vergangenheit schon unter ihre Fittichen nehmen.