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Eine Stimme für Ausgegrenzte

Projekt "Winterreise" endet in der vollbesetzten Lutherkirche

Zwickau. 

Zwickau. Nach 32 absolvierten Stationen innerhalb von zehn Jahren endete das von Stefan Weiller initiierte Kunstprojekt "Winterreise" in Zwickau. In der Lutherkirche erlebten die Zuhörer noch einmal eine einzigartige Kombination aus den Liedern von Franz Schubert und Geschichten von wohnungslosen, ausgegrenzten Zwickauern. "Keine der Winterreise ist gleich. Die Veranstaltungen wurden künstlerisch immer auf den jeweiligen Ort und die Gegebenheiten abgestimmt. Das machte es für die Zuhörer nicht nur einzigartig, sondern in gewisser Weise auch nachvollziehbar", hob Stefan Weiller hervor.

Mit Blick auf die Schattenseiten des Lebens

Schuberts Liederzyklus "Winterreise" erzählt in 24 Liedern von Einsamkeit, Verlorenheit und Heimatlosigkeit. Alles Dinge, auf die Weiller auch im Zusammenhang mit seinem Projekt traf. "Wenn ich durch die Städte gehe, verschließe ich meine Augen nicht vor der alltäglichen Armut. Von sozialer Not betroffene Menschen sind ein Teil der Gesellschaft. Mit den Darbietungen in der Winterreise verbinde ich ein Medium der Hochkultur, das normalerweise nur im Konzertsaal zu erleben ist, mit dem, was Menschen auf der Straße oder beispielsweise in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe bewegt."

Nach mehr als 30 Städten und über 400 Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und Schicksalen sei für Stefan Weiller ein Punkt erreicht, um Bilanz zu ziehen: "Leider werden wir die Geschichte von Armut und Not immer neu und anders weiterschreiben müssen."



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