Einen November später

Gespräch und Diskussion Die Zwickauer Terrorzelle

Zwickau. Am 4. November 2011 kam es kurz nach 15 Uhr zu einer Explosion und anschließendem Brand in einem Wohnhaus in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau-Weißenborn. Was anfangs nach einem Unglück aussah, sollte in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten zu einem beispiellosen und bis dato unvorstellbaren rechtsterroristischen Netzwerk mit einer abscheulichen Verbrechensserie führen. Am Montag waren die Ereignisse vor einem Jahr Gegenstand eines Podiumsgespräches des Bündnisses für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region im Alten Gasometer. Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß diskutierte hier dieses Thema mit der Politikwissenschaftlerin und Rechtsextremismusexpertin Ellen Esen und dem Autoren Christian Fuchs, Autor ("Die Zelle") sowie dem Zwickauer Alt-Oberbürgermeister Rainer Eichhorn und Sabine Friedel, Mitglied im 3. Untersuchungsausschuss Neonazistische Terrornetzwerke in Sachsen. Jahrelang lebte die rechtsextreme Terrorzelle unbehelligt im Untergrund. Sie war aus der Neonaziszene in Jena der 1990er Jahre hervorgegangen. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe sind vermutlich für die Mordserie an ausländischen Kleinunternehmern, den Tod einer Polizistin und zahlreiche Banküberfälle verantwortlich. Die Anzahl der Unterstützer ist unklar, sie könnte bis 50 Personen stark sein. In der Diskussion wurden Möglichkeiten zur Verhinderung derartiger Geschehnisse erörtert. msz