Ende für das Kehrmonopol

Hausbesitzer Schornsteinfeger können ab 2013 selbst gewählt werden

Limbach-Oberfrohna. Wenn Dietmar Semper und sein Sohn Patrick durch die Straßen laufen, fallen sie auf: Mit schwarzer Kluft und großen goldenen Knöpfen, Zylinder und dem typischen kleinen Kehrbesen gelten die beiden als Glücksbringer. "Es gibt Bürger, die kommen zu uns und fragen, ob sie den Schornsteinfeger mal anfassen dürfen, weil das doch was Gutes sei", erzählt Dietmar Semper. Seit den Achtzigern ist er in dem Gewerbe tätig und hat seinen Sohn mit der Liebe zur Arbeit angesteckt. Um die 2.500 Grundstücke betreut derzeit ein Bezirksschornsteinfegermeister wie Semper. Seit 77 Jahren gibt es das sogenannte Kehrmonopol, das ab 2013 endet. Hauseigentümer können ab 1. Januar selbst entscheiden, wer ihnen künftig aufs Dach steigt. Es gibt dann keine Kehrbezirke für die Bezirksschornsteinfegermeister mehr. Die 77 Kollegen der Schornsteinfegerinnung, die die Kreise Zwickau, Chemnitz, Erzgebirge und Mittelsachsen betrifft, müssen billigere Konkurrenz fürchten. Dietmar Semper sieht das Ganze allerdings noch gelassen. Zwar können sich Hausbesitzer ab Januar einen Schornsteinfeger ihrer Wahl suchen und Preise vergleichen. Die Tätigkeiten würden aber in hoheitliche und freie unterteilt. Letztere betreffen das Kehren, Immissionsschutzmessungen und die Abgaswerteüberprüfung. Nur für diese Tätigkeiten können die Hausbesitzer wählen. Die hoheitlichen Aufgaben blieben weiter in der Hand der Meister. Damit ist das Führen die Kehrbücher, das Kontrollieren der Feuerstätten und das Abnehmen der Kaminöfen gemeint.