Erinnerungen an die Industriestadt Werdau

AUSSTELLUNG Stadt- und Dampfmaschinenmuseum startet mit einem lokalen Thema in das Jahr 2020

Werdau. 

Werdau. "Stolze Unternehmer, Lumpenproletariat & 100 Schornsteine" - so ist im Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseum die erste Ausstellung des neuen Jahres überschrieben. In der Schau dreht sich alles um die ehemals bedeutende Industriestadt an der Pleiße.

"In den letzten Jahren ist es im Museum eine Tradition geworden, dass wir mit einer Ausstellung ein lokales Thema aufgreifen", sagt Museumschef Hans-Jürgen Beier, für den diese Schau übrigens die letzte unter seiner Regie ist. Für den 63-Jährigen endet Ende März die Tätigkeit im Haus am unteren Ende der Holzstraße. In der Ausstellung wird besonders der Zeitraum zwischen 1890 und 1990 beleuchtet. In diesen 100 Jahren spielte in Werdau nicht nur die Textilindustrie oder der Fahrzeugbau eine bedeutende Rolle.

Einblick in die vielfältige Industrie der Region

"Auch für den Maschinenbau, die Chemieindustrie sowie den Musikinstrumente- und Möbelbau war Werdau seinerzeit eine gute Adresse", betonte Hans-Jürgen Beier, der freilich auch das Brauereiwesen und den einstigen Milchhof nicht vergessen wollte. Keine andere Stadt habe zu DDR-Zeiten eine derartige Vielfalt vorweisen können. Entsprechend vielfältig sind die ausgestellten Exponate, die von offiziellen Dokumenten der einzelnen Fabriken über Funktionsmodelle bis zu Gesellenstücken beispielsweise aus der einstigen Massi reicht.

Die Museumsmitarbeiter haben auch einige Modelle von Fabriken oder der fast vergessenen ehemaligen Werdauer Angermühle aus dem Depot hervorgeholt. Selbiges gilt für gemalte Porträts von Fabrikanten, zu denen Hans-Jürgen Beier zwei neue Exponate hinzufügen konnte. "Die Gemälde von Carl Schmelzer und Ernst Göldner haben wir im Dezember aus Privatbesitz erworben, das sind absolute Raritäten", sagte der Museumschef.

Die aktuelle Schau im Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseum ist bis 17. Mai zu sehen.