Erinnerungskultur ist wichtig

Ewigkeitssonntag Ulf Hertel sorgt für die Pflege der Friedhofsanlage

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Friedhofsverwalter Ulf Hertel an einer großen Gemeinschaftsgrabanlage. Foto: Markus Pfeifer

Hohenstein-Ernstthal. Der gestrige Toten- oder Ewigkeitssonntag war auch für Ulf Hertel ein besonderer Tag. Der Friedhofsverwalter, der in Hohenstein-Ernstthal auf dem Friedhof der Christophorigemeinde an der Hinrich-Wichern-Straße tätig ist, erlebt immer wieder, wie wichtig es den Menschen ist, die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen für diesen Tag schön herzurichten und zu schmücken. "Diese Form des Erinnerns ist wichtig", sagt Hertel, der für die Friedhofspflege derzeit Helfer hat.

Friedhof mit Charakter

Denn es gibt wie jedes Jahr im Spätherbst große Mengen Laub zu beseitigen. Dennoch mag Hertel die großen Bäume auf dem Friedhof, der an manchen Stellen beinahe Waldcharakter hat und Grün bietet. Es gibt aber auch Stellen, an denen sich von hoch oben am Südhang des Pfaffenberges gelegen eine großartige Aussicht über die Stadt und in Richtung Erzgebirge eröffnet.

Besondere Gestaltungen

Der Friedhof an der Hinrich-Wichern-Straße wurde im Jahr 1869 geweiht. "Pro Jahr gibt es hier etwa 70 Bestattungen", sagt Ulf Hertel. Die Gräber werden von Hand ausgehoben, da es für schwere Technik an vielen Stellen zu eng und zu steil ist. Eine Besonderheit sind die teils aufwendig gestalteten Gemeinschaftsgrabanlagen oder Familiengrabstätten einst wohlhabender Fabrikantenfamilien. Einige wenige sind derzeit unbelegt und Hertel hofft, dass sich Menschen finden, die etwas für den Erhalt dieser Kleinode tun, indem sie sie für ihre Familien übernehmen. Neu sind auf dem Friedhof Vierer-Urnengemeinschaft auf einer Wiese unter großen Bäumen. Hier soll eine Alternative zum Waldfriedhof geboten werden, aber mit der Möglichkeit, gerade am Totensonntag auch Gestecke oder Blumen abzulegen.