"Es schlägt die Stunde der Patrioten"

Flüchtlingskrise Asylkritiker fordern Dialog mit der Politik

Zum fünften Mal trafen sich am Samstag die Zwickauer Asylkritiker zu einem Schweigemarsch durch die Innenstadt. Die Demonstration zieht nicht nur immer mehr Teilnehmer an, sie wirkt auch besser organisiert als in den Vorwochen. Auch ein Verein habe sich inzwischen gegründet, das "Bürgerforum Sachsen", so der Hauptredner "Lars". Nach einer Schweigeminute "für die Opfer von Paris und den Untergang unserer Demokratie" ruft er die führenden Politiker der Stadt zum Dialog. Die Oberbürgermeisterin solle den Demonstranten Rede und Antwort stehen, fordert er.

Es folgt ein einstündiger Schweigemarsch durch die Innenstadt, über die belebten Einkaufsstraßen vorbei am Hauptmarkt und zurück zum Platz der Völkerfreundschaft. Ein 49-jähriger Zwickauer, der die weiße Armbinde eines Ordner trägt, erklärt, was ihn auf die Straße treibt: "Es geht nicht so weiter. Die Leute haben Angst. Es muss sich etwas ändern", so der Mann. Es sei auch nicht der rechte Mob, der hier marschiere, sondern der normale Mittelstand, wie er versichert. Und tatsächlich: Der Anteil kurzhaariger Männer mit einschlägigem Erscheinungsbild ist gering. Geschätzte 2000 Menschen waren dem Aufruf zum Protest gefolgt.

Die Schlussrede übernimmt ein "Gast aus Stollberg". Er sagt, Asylbewerber belästigten "unsere Mütter und Frauen" und die Politik kümmere sich nicht um die Bürger. Er kündigt einen Sternenmarsch in Stollberg an. "Es schlägt die Stunde der Patrioten", ruft er ins Mikrofon. Wenn sich die Asylpolitik nicht ändere, habe man das Recht auf Widerstand, so der Stollberger.